Polen – Griechenland 1:1

Endlich rollt der Ball bei der UEFA EM 2012. Die Polen könnte man auch BVB Borussia Polska nennen, da spielt halb Dortmund mit. Bei den Griechen laufen mit Karagounis und Katsouranis zwei Spieler auf, die ich subjektiv schon spielen gesehen habe als ich sechs war. Torwart Chalkias ist 38, nichts Neues also an der Griechenfront.

Schiri ist Senor Carballo, der in 146 spanischen Ligaspielen 75 x rot gezogen hat. Polen drückt, das 1:0 durch Lewandowski fällt folgerichtig, Polen aus dem Häuschen. Der griechische Verteidiger Papadopoulos verletzt sich bei einem tölpelhaften Versuch, Lewandowski zu foulen und wird durch den Schalker Jung´ Papadopoulos ersetzt. Die Griechen kicken hoch und weit nach vorne, wo Gekas und der Liebe Gott helfen sollen, angeblich spielt auch Samaras mit. Gelb für Sokratis, lächerlich.

Bei den Polen wirkt Boenisch unsicher. Sie machen den Sack einfach nicht zu, manchmal wirkt das auch zu umständlich. Dann zweite Gelbe für Sokratis und der Schiri poliert den Schnitt auf. Gelb-Rot, unverständlich. Perquis springt der Ball im Strafraum an die Hand, aber zu recht kein Elfer.

Die zweite Halbzeit gehört den Griechen, die Polen hören auf Fußball zu spielen und stehen viel zu weit weg von den Griechen. 1:1 durch den einge-wechselten Salpingidis. Dann Elfer für die Graeken nach klarem Foul von Torwart Szczesny, der auch Rot sieht. Dem Schiri wird das Herz gehüpft haben. Der Ersatzkeeper hält gegen Karagounis, dem sie in der Halbzeit eine neue Lunge eingesetzt haben müssen, Wahnsinn, was der läuft.

Polen fällt auseinander, die Griechen schnuppern an der Sensation. 2:1 durch Salpingidis, aber abseits. Noch jeweils Chancen hüben wie drüben, dann das gerechte Unentschieden. Polen wird sich mächtig steigern müssen, ob ein guter Stürmer reicht und das bei der Wackelabwehr, man wird sehen.



Russland – Tschechien 4:1

Wieder ist die Bundesliga dabei, Hubnik, Kadlec und Jiracek bei den Tschechen, Rosicky hat ja auch mal hier gespielt. Mann an der Pfeife Howard Webb. Der tschechische Trainer Bilek sieht aus wie die Antwort aus Osteuropa auf Bruce Willis.

Die Russen schauen sich das eine Weile an, dann ruckski-zuckski 1:0 durch Dzagoev nach blödem Ballverlust der Tschechen in der eigenen Hälfte. Kurze Unterbrechung, weil eine Rakete aus dem russischen Block auf´s Feld fliegt. Dzagoev macht fast das 2:0, das aber kurz darauf durch Shirokov folgt. Kurz danach muss es eigentlich Elfer für die Russen geben nach Foul an Arshavin, aber Webb lässt weiterspielen.

Die tschechische Abwehr ist  ein Torso, die Russen, die das aber auch geschickt ausnutzen, können praktisch machen was sie wollen. Lücken, da könnte Godzilla durchdribbeln. Baros ist zwar körperlich stark, man merkt ihm aber seine 30 an, am auffälligsten Jiracek, sie bekommen aber keine Linie ins Spiel, Malafeev fängt im Übrigen ab, was auf´s russische Tor kommt.

Steffen Simon, der Moderations-Totalschaden aus 2010, bekommt angesichts des russischen Fußballs offensichtlich eine feuchte Hose, kaum auszuhalten das Geblubber.

Aus dem Nichts nach der Pause der Anschlusstreffer. Danach versuchen die Tschechen, so etwas wie Druck aufzubauen. Aber - praktisch kein Spiel in die Spitze, kaum ein Ball kommt an, man rennt sich fest und hinten ist man offen wie ein Scheunentor.

3:1 durch Dzagoev - neuer EM-Jungstar? - und 4:1 durch den eingewechselten Pavlyuchenko, der für Kerzhakov kam. Kerzhakov hatte offensichtlich eine Wette laufen, ob er bei einem seiner Schüsse die Eckfahne treffen würde.

Steffen Simon bleibt sich treu, wertet eine (Welt)Klasseparade von Malafeev als "Unsicherheit" und meint, die leicht sediert wirkenden Tschechen hätten "Herz gezeigt und nie aufgegeben". Ich weiß nicht, ob es schön ist, dass sich manche Dinge nie ändern.


Griechenland - Tschechien 1:2

War das der Kicker-Grexit?

Man sitzt noch nicht richtig, da steht es schon 0:2, Jiracek in der 3., Pilar in der 6.Minute. Hübschman spielt Jiracek mustergültig frei und der netzt mit sattem Schuß ein. Kurz drauf tankt sich Gebr Selassie an die Grundlinie durch, passt rein und im Gewurschtel aus zwei Griechen und Pilar bekommt letzterer eine Gräte an den Ball und drückt ein.

Dann nächster Schock, Chalkias verletzt sich und für ihn kommt der zweite Goalie Sifakis.

Die Griechen hoch und weit nach vorne, kick and rush soll´s bringen, aber das ist viel zu einfallslos gegen die klug spielenden Tschechen, die angeführt werden von einem umsichtigen Rosicky, der dann in einer weniger schönen Szene Karagounis mit den Stollen einen neuen Scheitel zieht.

Baros ist laut Sprecher "ein Schatten seiner selbst" und das stimmt, seine Zeit ist rum. Er wird in der zweiten Hälfte dann auch gegen den Nürnberger Pekhart ersetzt, man stelle sich das mal vor, vor wenigen Jahren noch undenkbar, aber er wollte es offensichtlich noch mal wissen.

Salpingidis macht dann das 1:2, das Tor wird wegen Abseits nicht gegeben, grenzwertig, im Zweifel gegen den Angreifer.

In der zweiten Hälfte kommt Gekas, auf tschechischer Seite geht Rosicky, warum, habe ich nicht mitbekommen. Und dann großer Auftritt Cech. Ein harmloses Schüsschen lässt er aus den Pfoten rutschen, Gekas steht daneben und sagt danke. 1:2.

Ab dort brennt den Tschechen das Beinkleid, es geht kaum etwas nach vorne, Sifakis könnte hinter dem Tor einen Kreta-Teller nach dem anderen verputzen und es würde niemand merken. Die Griechen wechseln nun den völlig unauffälligen Fortounis aus Kaiserslautern aus und machen weiter Druck.

Gekas wird wegen angeblichem Abseits zu Unrecht zurückgepfiffen, das hätte eine gute Chance gegeben, überhaupt sind der Franzmann an der Pfeife und seine chers amis an der Linie keine Freunde der Griechen.

Karagounis zieht jetzt die Fäden, Samaras ist aus seiner Katatonie erwacht und hinten räumt der Schalker Jung´ Papadopoulos ab was in die Nähe des Tors kommt. Egal, es reicht nicht mehr, die Tschechen schaukeln es über die Runden. Erwähnenswert noch die Borkenkäfer im Publikum, die das Spiel mit Trillerpfeifenpfiffen stören.



Polen - Russland 1:1

Mann an der Pfeife heute Schiri Stark. Auf der Bank der Russen der dicke Advokaat und neben ihm Sascha Borodjuk, deutlich feister als zu Schalker Zeiten, auf der anderen Seite ein angefressen wirkender Smuda. In Polen wird Smuda von verschiedenen Ultrapatrioten übel genommen, dass er mit Legionären aus anderen Ligen spielt, das verstehe wer will.

Die Frage heute, wie kommt man dem Scheiberln der Russen bei und was war das 4:1 gegen die Tschechen wert?

Entscheidend ist auf´m Platz und da machen die Polen Alarm, deutlich konzentrierter als in der zweiten Hälfte gegen die Griechen. Obraniak flankt einen Freistoss in den Strafraum, Boenisch ist da, aber Malafeev bekommt eine Gräte an den Ball und verhindert das fast sichere 1:0.

Lewandowski feuert einen satten Schuss ab, der knapp über den Winkel geht.

Dann muss Perquis in höchster Not gegen Dauerläufer Kerzhakov klären und hat Glück, dass der Russe nicht sofort fällt.

Polanski schießt das 1:0, das aber sofort aberkannt wird wegen Abseits, korrekt. Deutlich wird, dass man gegen die Russen schnell kombinieren muss, dann kommen sie ins Wanken.

Arshavin treibt die Russen immer wieder nach vorne. Im Tor der Polen macht Tyton, der schon den Elfer gegen die Griechen hielt, eine gute Partie, wirkt sehr ruhig.

Dann zirkelt Arshavin einen Freistoss vor´s Tor, Dzagoev ist mit dem Kopf da und macht sein drittes Tor im Turnier. 0:1.

Für die zweite Hälfte haben sich die Polen was vorgenommen, nach mehreren Versuchen von Lewandowski knallt "Kuba" Blaszczykowski den Ball unhaltbar ins lange Eck, 1:1, das Stadion explodiert.

Danach geht es hin und her, ein relativ gutes, abwechslungsreiches Spiel wobei das Spiel der Russen öfter unter der Eigensinnigkeit von Arshavin leidet. Es wird aber klar, dass man sie hinten beschäftigen muss, dann werden sie vorne bei ihrem Kurzpassspiel auch vorsichtiger, es läuft bei ihnen nicht mehr sehr rund.

In der 93. Minute wird Obraniak ausgewechselt und macht, als habe ihn Trainer Smuda mit Jauche beworfen, nicht sehr mannschaftsdienlich. Wie auch immer, es bleibt beim Remis. Man wird noch sehen, was das wert war.

By the way - was ist eigentlich mit den Russen los? Die russischen Zuschauer entrollen ein Banner, das ungefähr so groß ist wie das Spielfeld. Zu sehen darauf ein Mann mit einem riesigen Schwert und der Erklärung "This is Russia". Und klar ist, dass es danach zu massiven "Fan"krawallen in Warschaus Innenstadt kommt. Idioten.



Tschechien - Polen 1:0

Griechenland - Russland 1:0

Die Polen haben sich was vorgenommen, anfangs läuft der Ball einigermaßen, dann reißt der Faden, sie machen es den Tschechen leicht.

In der 39. Minute der erste Schuss der Tschechen auf´s Tor.

Bei den Russen steht´s zur Halbzeit auch 0:0.

So wären wohl die Russen und Tschechen weiter.

Das ZDF zeigt von wenigen Ausnahmen abgesehen ausschließlich das Spiel der Polen, eine Konferenz gibt´s nicht, schade.

Polens Dudka bewirbt sich erst um die dunkelgelbe, dann um die dunkelgelbe Karte. Er schlägt mit Arm und Ellenbogen drei Mal hintereinander auf seinen Gegenspieler ein. Der schottische Pfeifenmann hält das aber wohl für normalen osteuropäischen Kulturaustausch und zieht überhaupt keine Karte.

Den Polen fällt nichts mehr ein, sogar die Bundesligalegionäre sind erschreckend schwach. Angst verleiht doch keine Flügel.

Dann ein gefährlicher Kopfball der Tschechen, Tyton kann abwehren, aber die Tschechen merken, da geht was. Baros, leicht verbessert, schießt, aber Tyton hält wieder.

Dann das 1:0 durch eine klasse Einzelleistung durch Jiracek, der es mit seinem polnischen Gegenüber aber auch leicht hat.

Danach Konter der Tschechen, Baros durch, aber Tyton kann micht dem Fuss abwehren. Die Polen scheinen nicht mehr an sich zu glauben, sie müssen jetzt zwei Tore schießen.

Aber: Unmittelbar nach der Pause hat Karagounis das 1:0 für die Griechen gemacht und läutet damit einen einzigen Sturmlauf der Russen ein.

Jetzt wäre die Tschechen und die Griechen weiter.

Dann wird Karagounis gefoult, es gibt aber keinen Elfer. Karagounis sieht im Übrigen gelb und wäre damit für´s Viertelfinale gesperrt.

Dzagoev um das berühmte Muggesäckele mit dem Kopf am langen Eck vorbei.

Bei den Tschechen rettet Kadlec noch nach Kubas Aktion auf der Linie, das war´s dann überall.

Tschechien und Griechenland sind weiter, wow!