Dan McCall – Jack der Bär

Der Titel rührt meines Wissens nach von einem Duke Ellington – Stück her und verrät über das Buch nichts oder das Falsche.

Dieses Buch ist ein echtes Generationenwerk. ICH habe es in meiner Jugend bis weit in die Zwanziger mehrfach verschlungen (um es heute aus Vatersicht noch mal zu lesen), meinem Sohn Henrik (17) habe ich es neulich geschenkt („Lies mal“) und er war auch begeistert.

Will man den Plot wiedergeben, muss das langweilig rüberkommen. Der Ich-Erzähler ist heranwachsender Teen und lebt mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder Dylan in Oakland. Die Mutter ist bei einem Verkehrsunfall gestorben, die Eltern hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon auseinandergelebt gehabt.

Das Buch begleitet das Trio für einen gewissen Zeitraum mit mächtigen Ups und Downs. Wie gesagt – das hört sich beliebig an, ist es aus meiner Sicht aber nicht, die Sprache ist flott, stellenweise ordinär, aber auch wirklich komisch; Harry Rowohlt meinen Dank für die kongeniale Übersetzung. Vor allem zeigt das Buch mächtig viel Verständnis für die Geistes-  und Verständniswelt eines Heranwachsenden, ohne dass man ständig den mahnenden Zeigefinger in der Rosette verspürt.

So ähnlich wie beim Fänger im Roggen.

McCall war übrigens Professor für Amerikanistik an der Cornell-Universität und hätte im Zuge der Verfilmung 1992 lieber Robin Williams als Danny de Vito in der Rolle des Vaters gesehen. Wer das Buch gelesen hat, versteht sehr gut warum. Den Film habe ich übrigens nie gesehen, weil ich mir den Zauber dieses Buches nicht zerstören wollte.