Jay Dobyns – Falscher Engel

Jay Dobyns war ATF-Undercover-Agent und wurde in ein Hells Angels-Charter in Arizona eingeschleust.

Sein packender Bericht befasst sich zum Einen mit der Veränderung seiner Persönlichkeit, die mit einem durchschnittlichen Familienleben einerseits und der bizarren Welt der Angels andererseits einhergeht und die ihn fast seine Familie, seine Freunde, bis zu einem gewissen Grad seinen Verstand, auf jeden Fall aber die Lebensgrundlage gekostet hätte.

Auf der anderen Seite geht es primär natürlich um die extrem brutale, eindimensionale, banale und in einer völlig verkorksten Weise fürsorgliche Welt der Höllenengel, die sich einen Verhaltenskodex zugelegt haben, der nicht nur ihrem Mythos als völlig ungebundene Outlaws Hohn spricht, sondern selbst die Ausbildungsregeln des Marine Corps um Längen schlagen dürfte.

Geregelt ist da wirklich alles und das wirkt dann seltsam spießig.

Dobyns legt das alles offen, auch wenn gelegentlich der Eindruck aufkommt, er hege Sympathien für den Haufen, um gleichzeitig wie beschwörend darauf hinzuweisen, es handele sich um eine kriminelle Vereinigung. Interessant und als Lesestoff wegen der einzigartigen Einsichten prima.