Südkorea - Griechenland 2:0

Ich bin ja der Meinung, dass Otto Rehhagel seit 2004 einmal jährlich in Maroussi nachschaut, ob Spiridon Louis tatsächlich tot ist, weil er ihn gerne auf der 6 ausprobiert hätte. Das Alter hätte Louis jedenfalls.

Vier Mann aus der EM-Elf von 2004, die ja damals schon nicht mehr als fußballerische Frischlinge durchgingen, und alle spielen heute in Ottos Anfangsformation Demgegenüber mag ich die Südkoreaner. Sie wirken diszipliniert, aber auch leidenschaftlich, technisch versiert und lassen die Griechen aussehen wie tumbe Tölpel. Besonders putzig ist ihr Trainer, wenn er an der Linie herumtobt. Kurz darauf fällt ihm ein, dass das Ganze ja auch in Südkorea im TV kommt und er wirkt für eine Sekunde so, als habe man ihn mit heruntergelassener Hose erwischt, ehe er die Gesichtszüge sortiert und asiatische Unergründlichkeit vorgaukelt.

Überhaupt nicht komisch ist aber die Schiedsrichterleistung – klarer Elfer für Südkorea nicht gegeben, klare Torchance zu ihren Lasten abgepfiffen. Letztendlich egal, die Griechen haben verloren und wir müssen abwarten, ob es mal wieder an der deutschen Besetzung 1940 gelegen hat.



Argentinien - Nigeria 1:0

Verdienter Sieg. Man darf sicher zurecht die Frage stellen, wie man den argentinischen Kampf- und Technikmaschinen beikommen kann. Lösung:

1. Laufen, laufen, laufen – und Räume eng machen.

2. Nerven bewahren. Es muss einem von Anfang an klar sein, dass man erst mal zwei bekommen kann. Das darf einen nicht umhauen.

3. Die Abwehr der Argentinier.

Der Torwart spielt bei Alkmaar, was de Michelis gelegentlich bei Bayern anstellt, wissen wir alle, Gutiérrez erscheint mir hölzern und immer für ´ne Gelbe und durchaus massive Stellungsfehler gut, Samuel - auch schon 32 - dito.

4. Einen erstklassigen Torhüter.

5. Mit der Arroganz der Argentinier rechnen.

6. Glück.

Übrigens pflegen die Gauchos nicht nur auf, sondern auch außerhalb des Spielfeldes körperbetontes Spiel. Die Einwechselspieler busseln die Kollegen ab, Maradona küsst schlicht alle und in den Katakomben lauert sicher Senor Bilardo, Sportchef der Argentinier, den ich hier einfach mal zitiere: „Wer das Tor im Finale macht, kann mich von hinten nehmen. Ich weiß schon, dass das weh tut und die Leute sagen, der ist verrückt. Mir doch egal, Hauptsache wir werden Weltmeister".


Griechenland – Nigeria 2:1

Die Nigerianer machen zu wenig, führen trotzdem, Ottos Mannen (mit Libero!) wie gehabt. Am Ende der ersten Halbzeit führt die Rentnerband aber etwas auf, das tatsächlich nach Fußball aussieht und gleicht zu recht durch Salpingidis aus.

Das erste WM-Tor der Griechen aller Zeiten!

Natürlich hat da die rote Karte für einen der schwarzen Kicker etwas geholfen. Obasi (Hoffenheim) kommt zur zweiten Halbzeit. Der vertölpelt dann eine 100%ige wie 20 Sekunden zuvor Gekas auf der anderen Seite.

Rehakles betet zu Zeus. Der scheint ein Einsehen zu haben, die Griechen jetzt überlegen. Mir fällt bei den afrikanischen Mannschaften bisher auf, dass es ihnen zu häufig am nötigen teutonischen Biss zu fehlen scheint, an diesem unbedingten Siegeswillen. Afrikanische Spielfreude bisher sowieso Fehlanzeige.

Führung durch Griechenland! Das 2. WM-Tor der Griechen aller Zeiten! Durch einen … Torwartfehler. Verdienter Sieg für die alten Griechen.




Argentinien - Griechenland  2:0

Witzig schon die Situation beim Formieren in den Katakomben. Die Griechen grölen herum, als hätten sie schon einen Bembel Ouzo intus. Goldig die kleinen schwarzen Buben an den Händen der Gladiatoren.

Otto hat wieder seinen Beton angerührt und seine Jungs machen den Argentiniern um die humorlose Zaubermaus Messi und den Pampasstier Veron das Leben schwer, auch wenn die immer wieder zu Chancen kommen. Hut ab, auch wenn Argentinien nur mit dem zweiten Sturm spielt.

Ohne Tor geht es in die Pause, Otto hat trotzdem Magenkrämpfe, weil die Südkoreaner gegen Nigeria ausgeglichen haben, damit dürfte Otto morgen wieder ins Warme nach Griechenland zurück.

Seinem Mittelfeldterrier wird die Lippe perforiert und mit der Watte im Mund sieht er aus wie der Weihnachtsmann ohne Geschenke im Sack.

Zweite Halbzeit. Respekt vor der Leistung der Griechen. Sie müssen aufmachen, Südkorea ist in Führung gegangen. Otto wechselt, aber die Stürmer schmoren noch auf der Bank und das Wechselkontingent ist ausgeschöpft. Seltsam.

Im Parallelspiel schafft es Nigerias Martins, aus zwei Metern am LEEREN Tor vorbeizukicken. Kurz drauf Elfer für Nigeria - Ausgleich.

Der griechische Beton bekommt Risse und dann die Führung durch de Michelis,  kurz darauf das zweite Tor, das wars für Otto.

Nigeria braucht jetzt nur ein Tor, aber das scheint denen niemand gesagt zu haben. Unfähig. Alles aus für Otto und auch die nächste afrikanische Mannschaft ist draußen. Argentinien und Südkorea sind weiter.


Abschlusstabelle:

1. Argentinien  9

2. Südkorea  4

3. Griechenland  3

4. Nigeria  1