Peter Englund - Schönheit und Schrecken

Korrekt und voll ausgeschrieben lautet der Titel noch "Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs, erzählt in neunzehn Schicksalen" und damit ist alles gesagt.

Grandios! Das Buch war ein Geschenk meiner beiden Söhne zu meinem Geburtstag 2011 und sie haben damit einen Volltreffer gelandet.

Es geht um die von Englund sorgfältig recherchierten Erfahrungen und Erlebnisse verschiedener Menschen während des Ersten Weltkrieges.

Die Protagonisten stammen aus aller Herren Länder (Südamerika, Neuseeland, Australien, USA, Frankreich, England, Österreich, Italien, Ungarn, Dänemark und Deutschland) und erzählt wird ihre Geschichte, die sie zu Hause bzw. an fast allen Fronten und Brennpunkten des Krieges zu ertragen hatten (Gallipoli, Isonzo, Marne, Somme, Palästina, Ägypten, Galizien, Serbien, Deutschland und und und).

Die großen politischen und militärischen Wechsel und Veränderungen spiegeln sich nur indirekt in dem, was Englund erzählt oder erzählen lässt. Ich mag Bücher über Mneschen, die die Folgen politischer Entwicklungen ausbaden müssen, das schärft den Blick auf bestimmte Theorien.

Englund hat sein Buch nach den Jahren 1914 bis 1918 aufgebaut und lässt seine Helden oder Antihelden damit immer wieder zu Wort kommen, was das Buch sehr lebendig macht.

Es werden also nicht nacheinander die Geschichten der einzelnen Personen erzählt, verknüpfendes Element ist das jeweilige Kriegsjahr, ein gelungener Kniff.

Das Buch ist eines der besten, die ich je gelesen habe, anrührend, informativ, abstoßend, fesselnd und daher sei es jedem Literatur-, aber auch dem nicht nur auf Fakten abonnierten Geschichtsfreund ans Herz gelegt.

Englund ist schwedischer Historiker und Schriftsteller. Er gehört seit 2002 der schwedischen Akademie der Wissenschaften an, die die Literaturnobelpreisträger bestimmt.