Wenn diese Story stimmt, ist der Tod von Antoine de Saint-Exupery nicht nur aufgeklärt, sondern auch so poetisch und anrührend wie sein Buch „Der kleine Prinz“.

Saint-Ex war 1944 auf Korsika stationiert und flog eine amerikanische P 38 „Lightning“. Am 31.7.1944 erhielt er den Auftrag, einen Aufklärungsflug nach Grenoble durchzuführen, um dort deutsche Stellungen zu fotografieren.

Von dieser Mission kehrte er nie zurück.

Da die Flugroute eng definiert war, suchte man Jahrzehnte, ohne aber etwas zu finden.

2003 zog ein Fischer bei Marseille weitab von Saint-Ex´ Flugroute ein stark überwuchertes Armband aus seinem Netz, das den Namen des Schriftstellers und die Adresse seiner amerikanischen Agentur trug. Auf einem alten Foto trug der Schriftsteller ein identisches Armband.

Das elektrisierte den Taucher Luc Vanrell, der wusste, dass vor Marseille zahlreiche Flugzeugwracks aus der Luftschlacht um Marseille auf dem Meeresboden ruhten. Er zog den Flugzeughistoriker Philippe Castellano hinzu, der Vanrell erklärte, auf was er bei den Tauchgängen zu achten habe, um das Wrack einer P 38 zu identifizieren. Das Team wurde erweitert um den deutschen Unterwasser-archäologen Lino von Gartzen.

Es gelang dann tatsächlich über die Kennzeichnung, das Wrack der Maschine zu lokalisieren, die Saint-Ex am 31.7.1944 flog. Man hatte die Absturzstelle gefunden.

Das führte zu der Frage, unter welchen Umständen es zum Absturz kam. Der Absturz war wenige Tage später Anfang August 1944 von einem alliierten Sender mit Angabe des Absturztages unverschlüsselt bekannt gegeben worden.

Gehört hat diese Mitteilung auch der deutsche Jagdflieger Horst Rippert, ein Bruder von Ivan Rebroff. Rippert gehörte zur Jagdgruppe 200, die auf dem Fliegerhorst Marignane in der Nähe von Marseille stationiert war.

Am 31.7.1944 meldete eine deutsche Radarstation ein einzelnes Flugzeug im Raum Marseille/Toulon. Rippert bekam den Auftrag, die Sache zu überprüfen. Er stieß auf eine einzelne P 38, folgte ihr und schoss sie dann ab.

Rippert schilderte das so:“ … Auf einmal sah ich diese Lightning, Doppelrumpf, und dachte mir: Nanu, was will der Kerl hier so mitten drin im Kampfgetümmel? Das gehört mir doch! Dann hab ich den einen Bogen fliegen lassen und bin dann auch eine Kurve geflogen. Ich dachte mir: Vielleicht verdünnt der sich! Aber er ging nicht weg. Dann sagte ich: Na dann werde ich halt mal drauf schießen! Ich bin von oben runter aus einer Kurve, habe auf die Flächen gezielt und getroffen. Dann fiel das Ding runter. Senkrecht runter. Ins Wasser... ".

Nach der Radiomeldung zählte Rippert 1 und 1 zusammen, beruhigte sich aber Jahrzehnte damit, dass die Flugroute Saint-Exuperys nach offiziellen Quellen weit entfernt lag.

Von Gartzen, der mit völlig anderem Ziel – vor Marseille hatte man auch den Motor einer Me 109 gefunden - recherchierte und etwa 1.000 Personen abtelefonierte, stieß dabei auch zufällig auf Rippert, dem er am Telefon mitteilte, er ermittle wegen eines Flugzeug-motors, den man in der Nähe der Absturzstelle Saint-Exuperys vor Marseille gefunden habe.

Rippert unterbrach ihn und sagte, er müsse nicht weitersuchen, er sei derjenige, der Saint-Exupery abgeschossen habe.

3sat brachte gestern eine Dokumentation dazu und zu Wort kam neben dem Neffen Saint-Exuperys, der erklärte, er mache Rippert nicht den geringsten Vorwurf, er würde ihn gerne einmal kennenlernen auch Horst Rippert.

Dem alten Mann standen die Tränen in den Augen als er sagte: „…Wenn ich das gesehen hätte, dann hätte ich bestimmt nicht geschossen. Auf diesen Mann nicht…".

Ich habe mir das Staunen über Geschichten, die nur das Leben (und der Tod) schreiben können, eigentlich abgewöhnt, aber manchmal gelingt das nicht.

Offen bleibt die Frage, was Saint-Exupery so weit abseits seines eigentlichen Kurses suchte. Der Flugzeughistoriker Castellano ist der Meinung, dass der damals mittlerweile 44jährige Schriftsteller, der den Strapazen wohl nicht mehr gewachsen war und auf den letzten Bildern sehr melancholisch wirkte, noch einmal beweisen wollte, dass er nicht zum alten Eisen gehörte und beabsichtigte, mit der Aufklärungs-maschine die in deutscher Hand befindlichen Häfen von Marseille und Toulon zu foto- grafieren, ein reines Himmelfahrtskommando mit einer unbewaffneten Maschine.

Wie schrieb Saint-Exupery: “…Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein..."

27.1.2012

 


Ich habe eben einen Bericht über den Arzt Ignaz Semmelweis gesehen, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Erster auf die Idee kam, dass schmutzige Hände der Geburtshelfer für den Tod zahlreicher Gebärender durch Blutvergiftung sein könnten.

Er konnte sich bei seinen Kollegen nicht durchsetzen, da er nicht erklären konnte, warum Schmutz an den Händen derart gravierende Konsequenzen haben sollte, wurde trotz erstaunlicher Erfolge verhöhnt und verspottet. Er wechselte nach Budapest ans Rochus-Krankenhaus, wo er strikte Hygienevorschriften durchsetzte und die Todesrate beim Kindbettfieber von über 30% auf unter 1% drückte.

Aber auch diese greifbaren Ergebnisse überzeugten nicht. Semmelweis verstarb später bezeichnenderweise an einer Blutvergiftung.

Was das uns nun zu sagen hat? Ich frage mich, wie man in 150 Jahren darüber urteilt, dass heute Tag für Tag Abertausende Menschen sterben müssen, weil sie nichts oder zu wenig zu essen und zu trinken haben. Wir sehen, was geschieht und was offensichtliche Abhilfe schaffen könnte und tun nichts. 

3.2.2012 

 

Des Kaisers neue Kleider, made by Poschardt. Ein Grund jedenfalls, um mal das Partei-programm der Piraten zu entern.

Wer das tut, wird feststellen, dass unmittelbar nach sehr allgemeinen Allgemeinplätzen zur demokratischen Basis dieses Landes "Urheberrecht und nicht-kommerzielle Verviel-fältigung" folgt, anschließend das "Patentwesen", die "Freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur", die "Teilhabe am digitalen Leben", "Privatsphäre und Daten-schutz", die "Transparenz des Staatswesens" (was immer das ist) und "Freier Zugang zu öffentlichen Inhalten" (dito).

Alles Sachen, die mir bei der komplizierten Organisation eines Staatswesens nicht unbedingt als Erstes einfallen.

Wenn dann Bildung, Umwelt- und Familienpolitik erst unter ferner liefen auftauchen, Steuer- und Wirtschaftspolitik gar nicht und sich die Ausführungen zum nicht gänzlich unwichtigen Bereich "Recht" in der Forderung nach Abschaffung von Gerichtsständen erschöpft (um die Verfolgung von Urheberrechtsverstößen im Internet zu erschweren), dann ist es in der Tat höchste Zeit, den digitales Eigentum negierenden Nerds auf die teigigen Pfoten zu schauen.

28.3.2012



      

Das Bilderrätsel zum Tage!
Finde Rudi Völler, nachdem Markus Merk behauptet hat, Simon Rolfes habe gegenüber Julian Draxler eine Tätlichkeit begangen.
Ich weiß, das ist kaum zu machen, aber nur Mut!

P.S.: Bei der lieben Tante Käthe fällt mir spontan immer das Hanauer Landbrot ein. Ich weiß natürlich, wie dieser Mensch zu seinem Ruf als leutseliger Kumpeltyp kam. Wer das aber nach den widerlichen Ausfällen gegen den harmlosen Waldi Hartmann immer noch geglaubt hat, der glaubt auch an den Osterhasen.
Der Hartmann hier hätte ihm übrigens das Weißbier über die Miniplis geleert und anschließend mit dem Glas einen neuen Scheitel gezogen.

Nö, Völler ist ein typischer Choleriker, der auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt und wie erwähnt keineswegs der lustige Gaudibursch zum Pferdestehlen. Ähnlich wie der völlig humorlose bayrische Nussknacker Sepp Maier.

26.3.2012