Preisfrage: Wird es das griechische Sparpaketmikado Vol. 2 geben oder gelingt es der linken Socke Tsipras heute, den Hitler-Stalin-Pakt wiederzubeleben?

8.5.2012

 


Der Rinderwahnsinn ist wieder da! Allerdings in seiner mutierten Form, dem sog. Sünderwahnsinn.

Sparen ist out, Wachstum ist angesagt, klar, irgendwann muss ja auch mal gut sein.

Um was für ein "Wachstum" es sich allerdings handeln soll ist unklar.
Ich vermute, es geht wie ehedem natürlich nur um Schuldenwachstum.

Während wir uns hierzulande die Köpfe heißreden, ob man an beschaulichen Bastelabenden selbstfabrizierte Steuersünder-CDs ankaufen darf, ist völlig unklar, wie beispielsweise die griechische Regierung die durch das äh Wachstum generierte Knete überhaupt einziehen will.

Eine Steuerverwaltung, die diesen Namen irgendwie verdiente, gibt´s da meines Wissens immer noch nicht, von dem Abbau bürokratischer Megahürden mal ganz zu schweigen.

8.5.2012

 

 

Klaus Ernst schreibt an den Genossen Tsipras.

Besonders gut hat mir der Passus gefallen, wo es heißt:

"...Euer Projekt und Eure Vorschläge geben den Menschen eine Perspektive und unseren Forderungen nach einem solidarischen Miteinander, eines Europas, in dem der Mensch vor Profit kommt, konkret Gestalt. Ihr könnt an dieser Stelle mit der vollen Unterstützung Eurer Schwesterpartei DIE LINKE rechnen, und wir hoffen zum Wohle der Griechinnen und Griechen und aller Europäer auf Euren Erfolg...".

Ja ja. Das "Projekt" lautet übrigens: Schulden sind das Problem des Gläubigers, nicht das des Schuldners.

Schön zu sehen, dass sich auch die bundesdeutsche Linke diesen Schuh anzieht, dann kann es nach einer Wahl hierzulande auch keine Überraschungen geben.

10.5.2012

 



Der Hut der Woche geht an .... Sigmar Gabriel!


Angesichts der griechischen en-gros-Fahnenflucht aus der eigenen Verantwortung für die aktuelle Misere sei man nicht etwa vor Ort verantwortlich.

Zumindest mitverantwortlich (immerhin!) sei die deutsche Regierung, die wie wir wissen der Auffassung ist, so wie bisher könne man nicht weiterwursteln, erstmaliges Sparen in der griechischen Geschichte tue durchaus Not und Solidarität habe auch der Gläubiger verdient, was die überraschen mag, die seit jeher Fremdknete umverteilen, aber für jeden Normalsterblichen einsichtig ist, der mal seinen Dispokredit überzogen hat.

Also muss Gabriel´sches Wachstum her, womit gemeint sind steuerfinanzierte Strohfeuer und sonstige weitere Kohle. Steuerkohle, ob nun direkt oder über zuvor gewährte Kredite, also gutes Geld dem schlechten hinterher geschmissen.

Klar ist, dass es sich dabei auch ganz wesentlich um deutsche Steuerkohle handeln würde, was ebenso klar macht, warum sich die SPD außer Stande sieht, der anstehenden Steuerentlastung im Zusammenhang mit der kalten Progression zuzustimmen.
Das Geld wird viel dringender an anderer Stelle gebraucht, schließlich sind wir alle solidarische Europäer.

Nota bene - die aktuelle Steuerschätzung für Bund, Länder und Gemeinden beläuft sich auf bundesdeutsche Steuereinnahmen in Höhe von 595.000.000.000,00 Euro.

10.5.2012

 

 

Am 12.5.2012 wandte sich Welt-Herausgeber Thomas Schmid an sein Volk mit diesem Artikel, der das sattsam bekannte Euro-Geschwurbel neu anfachte.

Entsprechend waren auch die Kommentare, u.a. von einem gewissen M. H. aus O.:

" "Hier ist Europas Linke – vor allem Hollande und die SPD – gefordert. Sie muss, will sie verantwortungsvoll sein, der Versuchung widerstehen, Anleihen ausgerechnet bei der Politik zu nehmen, die aus den Bundesländern, aus der Bundesrepublik und aus Europa einen Schuldenturm gemacht hat"

Mit diesem Satz haben Sie sich leider selbst disqualifiziert. Was um alles in der Welt lässt Sie durch Worte oder Handlungen in der Vergangenheit (Stichwort Eurobonds) auch nur vermuten, dass dieser fromme, vor allem aber in höchstem Maße naive Wunsch jemals auch nur ansatzweise in die Nähe der Realität gelangt? Leider haben Sie sich wie so viele in ein Wolkenkuckucksheim varabschiedet, Herr Schmid.
Und noch eines - das "Europa der Vaterländer" wurde mir als Allzweckwaffe gegen die wirtschaftliche Bedrohung durch die BRICS-Staaten und die USA gepriesen. Wohin hat uns das geführt und woraus soll ich die Zuversicht nehmen, dass zumal südeuropäische Staaten künftig genau nach obiger Maxime regieren und wirtschaften und das nach jahrzehntelanger, offen und insgeheim geduldeter Misswirtschaft in genau die entgegengesetzte Richtung?

Ich habe jetzt genug Aufbruchssalbaderei gehört, mir reicht´s."

 

 


Die Inflation wird hoffähig, zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, ein weiteres Kapitel in der Pleiten, Pech und Pannen-Serie des Euros. Jens Weidmann entwickelt sich zu einem der letzten Bollwerke gegen den Bruch der Schleuse.

Der Norden müsse höher abschließen, um die (wohl tödliche) anämische Schwäche des Südens auszugleichen, so der immer lauter werdende Euro-Chor. Es rächt sich jetzt, dass die führenden europäischen Institutionen wie an anderer Stelle bereits beklagt von Vertretern der Südländer geführt oder maßgeblich beeinflusst werden.

Das ist Musik aber auch in den Ohren unserer Gewerkschafter, insbesondere wenn sogar der Finanzminister – der doch sonst immer verbal zu schwärmen beginnt angesichts der deutschen Errungenschaft Tarifautonomie - meint, 3% mehr in der Metaller-Lohntüte seien doch besser als 2%.

Damit liegt auch Schäuble auf der Linie eines Gustav A. Horn, der meint, Arbeit müsse bei uns sehr viel teurer werden und die etwa 45% erwähnt, die die deutsche Exportwirtschaft nur in die EU bzw. den Euro-Raum liefert. Die stärksten Spieler einer Mannschaft zur Zurückhaltung aufzufordern macht aber nicht die gesamte Mannschaft stärker.

Verbleiben für mich im Übrigen immer noch 55%, bei denen man sich mit Amerika und Asien zu messen hat und wie es beispielsweise bei der Solarindustrie im Vergleich mit dem China-Mann aussieht ist ja bekannt.

Ich hoffe, ich erlebe es noch, dass diese Herrschaften die Rechnung für ihre Irrlichterei bekommen oder besser, ich erlebe es doch lieber nicht, denn die sind es ja gewohnt, diese Rechnung an den Steuerzahler weiterzugeben.

13.5.2012

 


Ich wusste gar nicht, dass ND und Pasok in Wirklichkeit zusammen nur knapp über 30% der Stimmen bekommen haben. Eine Eigenart des griechischen Wahlrechts spendierte ND als stärkster Fraktion zusätzlich 50 Sitze (!) im etwa 300 Sitze starken Parlament. Also hat nur jeder dritte von den Griechen, die überhaupt wählen gegangen sind, gegen Populismus und für den Sparkurs gestimmt. Feine Aussichten. 

13.5.2012

 


"Wenn die Wirtschaft wieder stark genug ist; wenn die Notenbank die Zinsen wieder anheben kann, um hohe Inflationsraten oder eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern: Dann kann man auch staatliche Defizite abbauen, ohne dass die Arbeitslosigkeit steigt. Zumal die Notenbank die Zinsanhebung auch verschieben kann. Aber da sind wir noch lange nicht. Erst wenn sich die Wirtschaft erholt hat, dann macht der Defizitabbau Sinn, aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt."
Sagt Paul Krugman und tut damit so, als seien die Schulden der Vergangenheit so etwas wie Masern, also etwas, was aus heiterem Himmel, ungewollt und vor allem ungeplant über die Staaten hergefallen ist.


Stattdessen haben genau die Leute, denen Krugman jetzt wieder Geld zum Verteilen in die Hand geben will, dafür gesorgt, dass

- industrielle Strukturen NICHT geschaffen wurden,

- der Jugend KEINE Chancen geboten und

- Defizite NICHT abgebaut wurden, obwohl billiges Geld via Vergemeinschaftung günstiger Zinsen ab Einführung des Euro wie Heu vorhanden war.


Wann bei Gott sind jemals "staatliche Defizite abgebaut" worden?

Nie, stattdessen hat man immer neue Notwendigkeiten erfunden, die Budgets zu erhöhen. 

Tut mir leid, aber der Mann kommt mir vor, als habe er die Zechtour vom Abend zuvor morgens einfach fortgesetzt und dann ein Interview gegeben.
15.5.2012 ("kalt´ Sophie")




Neues von der friedensstiftenden Funktion des Euro:
Zwei griechische Mittvierziger haben einem in Griechenland lebenden niederländischen Rentner von 78 Jahren wegen der Krisenpolitik Nase und Kiefer gebrochen. Auf die Frage, ob er Deutscher sei, meinte er, nein, Niederländer. Die beiden Herren erklärten, das sei egal, und schlugen zu.
15.5.2012



Bulletin der Abteilung "Ich glotz´ TV".

Gestern bei "Anne Will":

In prominenter Runde (Bosbach, Oppermann, Kubicki, Fleischhauer, Höhler) meinte Jakob Augstein sagen zu müssen, die Merkel´sche Haltung zur Einhaltung der Sparvorgaben in Griechenland ließen sämtliche europäischen Ressentiments wieder aufleben, Frau Merkel handele rücksichtslos und walze "mit Springerstiefeln" über Europa hinweg.

Der meinte das wirklich ernst und nahm dieses Zerrbild als Grund dafür, als Deutschland nun voranzugehen und das, was 17 Euro-Staaten unter Schmerzen geboren haben, wegen der Stimmung auf griechischen Straßen und der Befindlichkeit der extremen Linken in Griechenland umgehend in die Tonne zu kloppen, wobei ich mir den Spruch mit der Trockenlegung des Sumpfes und den Fröschen erst mal spare.

Der arme Jakob bekam völlig verdient umgehend sein Fett ab und beim Zuschauer blieb der Eindruck, Junge, Junge, was muss der väterliche Schatten immer noch mächtig lang sein, ferner die Frage, wie viele Pillen man wohl schlucken muss, um diese Komplexe so in den Griff zu bekommen, dass man ihren rechtmäßigen Inhaber wieder auf Talkshows loslassen kann.

Pikantes am Rande: Herr Oppermann musste einräumen, dass mit den dieser Tage vielzitierten "Wachstumsimpulsen" natürlich weitere Kreditknete gemeint sind und verwies im Zusammenhang mit der Frage, wie denn Wachstum in Griechenland angesichts der desolaten Organisation vor Ort überhaupt generiert werden könne, darauf, dass Portugal und Spanien doch gut dastünden und über die nötige staatliche Infrastruktur verfügten. Auf die Feststellung, es sei aber um Griechenland gegangen, meinte er, das Land sei verloren und chaotisch, ohne zu bemerken, dass die SPD damit ein mächtiges Legitimationsproblem im Zusammenhang mit den "Wachstumsimpulsen" bekommen wird oder schon hat. Tja.

Immer fest dran denken - Wachstum in Griechenland muss angeschoben werden, für die Abschaffung der kalten Progression hierzulande ist die SPD aber nicht zu haben.

 17.5.2012