Wichtiger Hinweis von Hans Zippert zum Glühbirnenverbot:

"Das Verbraucherministerium warnt vor Hamsterkäufen. Die Tiere geben nur wenig Licht und lassen sich schlecht in die Fassung schrauben."

Bitte beachten!

6.9.2012



Die "Welt" traut sich was!

Unter dem Titel "Die Opposition behandelt Eltern wie Idioten" hat sich Robin Alexander den gesamten Ärger von der Seele geschrieben und recht hat er.

Mir ging die oberlehrerhafte Haltung zu Lebensentwürfen, die leider mittlerweile den Mainstream darstellt, schon seit jeher mächtig auf die Eier. Dieser Dirigismus war auch der wesentliche Grund, mich vollumfänglich einer konservativen Weltsicht in die Arme zu werfen.

Mit Ordoliberalismus und dem schönen Motto, jeder möge seines Glückes Schmied sein, lief(e) der Laden meinem Empfinden nach ganz gut. Der Staat hat allenfalls die Aufgabe, Infrastruktur zu schaffen und zu unterhalten, den Rahmen eben, und bei Bedarf gesellschaftlich nachzujustieren. Subsidiär!

Das ist Schnee von gestern, man muss die Leute vor sich selbst schützen.

Dabei fällt diesen Leuten gar nicht auf, dass sie selbst bei der Frage Sachleistungen an Hartz IV-Bezieher eine genau entgegengesetzte Haltung eingenommen hatten. Die Leier, Eltern wüssten selbst, was für ihre Kinder das Beste ist, also bedarf es Geld- statt Sachleistungen.

Nicht gelten soll das aber beim Betreuungsgeld, von dem man halten kann was man will. Es geht hier auch nicht um ein "richtig" oder "falsch".

Die unerträgliche Polemik gegen Eltern zeigt vielmehr, dass es überhaupt nicht um die Sache geht, sondern darum, angeblich unbotmäßige Bürger mit dem verbalen Stock zu erziehen.

6.6.2012

 


Eines der traurigsten und schönsten Gedichte der Welt - "In Flanders Fields" des kanadischen Sanitätsoffiziers John McCrae, das er anlässlich des Todes eines Freundes in der Flandernschlacht 1915 geschrieben hat:

"In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
That mark our place; and in the sky
The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below.

We are the dead. Short days ago
We lived, felt dawn, saw sunset glow,
Loved, and were loved, and now we lie
In Flanders fields.

Take up our quarrel with the foe:
To you from failing hands we throw
The torch; be yours to hold it high.
If ye break faith with us who die
We shall not sleep, though poppies grow
In Flanders fields.
"

Übersetzung:

"Auf Flanderns Feldern blüht der Mohn
Zwischen den Kreuzen, Reihe um Reihe,
Die unseren Platz markieren; und am Himmel
Fliegen die Lerchen noch immer tapfer singend
Unten zwischen den Kanonen kaum gehört.

Wir sind die Toten. Vor wenigen Tagen noch
Lebten wir, fühlten den Morgen und sahen den leuchtenden Sonnenuntergang,
Liebten und wurden geliebt, und nun liegen wir
Auf Flanderns Feldern.

Nehmt auf unseren Streit mit dem Feind:
aus sinkender Hand werfen wir Euch
Die Fackel zu, die Eure sei, sie hoch zu halten.
Brecht Ihr den Bund mit uns, die wir sterben
So werden wir nicht schlafen, obgleich Mohn wächst
Auf Flanderns Feldern.
"

29.6.2012


Der Kater ist da.

Heidewitzka, wie ging das leicht von der Hand, Energiewende, alles wird grün, alles wird gut.

Und jetzt? Die Höhe der Umlage für erneuerbare Energien wird ab Januar 2013 für den privaten Stromkunden um über 5 ct/kwh steigen, ein Ende ist nicht abzusehen.

Auftritt Jürgen Trittin. Man müsse die Unternehmen beteiligen, die Ausnahmeregelungen für die seien eine Saurei, bei Abschaffung dieser Regelungen würden private Stromkunden um über 4 Milliarden p.a. entlastet.

Endlich ein Advokat des kleinen Mannes!

Häßlicher Schönheitsfehler: Schuld am sprunghaften Anstieg der Grünstromumlage sind nicht die Ausnahmen für die Unternehmen, sondern die gesetzliche Förderung von Wind- und Sonnenstrom durch auf 20 Jahre garantierte Renditen für die Eigentümer solcher Anlagen.

Und wer hat´s erfunden? Genau. Trittin setzte eine starke Erhöhung der Förderung gegen alle Kostenaspekte und Warnungen 2004 durch und blockierte eine von der CDU geplante Befristung dieser Subvention.

Offensichtlich kann kein Bock zu unfähig, dogmatisch oder link(s) sein, als dass es bei ihm nicht zum Gärtner reichte.

16.10.2012



Die Friedrich-Ebert-Stiftung, Thilo Sarrazin und die EFSF

 Die genannten Personen und Einrichtungen eint, dass sie a) Gegenstand öffentlicher Diskussion waren oder sind und b) etwa 90% der berufenen Geister oder solche, die sich dafür halten, gar nicht gelesen haben, um was es eigentlich geht, sich aber gleichwohl gewichtig und mahnend einlassen, also die sog. Merkel´sche Minimalexegese.

 Vorliegend geht es um die "Rechtsextremismus-in-Deutschland- Studie" der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die bereits erhebliche Betroffenheit und besorgte Mienen produziert hat. Die Lektüre lohnt also.

 Mein Eindruck ganz allgemein:

Wenn wir nicht aufpassen, wird diese Studie der Dietrich für bestimmte Kreise, die ich nicht in meinem Oberstübchen und vor allem meiner Lebenseinstellung herumwursteln lassen möchte.

 Also, was steht in der Studie eigentlich drin?

 Zuvörderst – wenn man davon ausgeht, dass rechtsradikales Gedankengut danach trachtet, dieses demokratische Gemeinwesen in einen chauvinistischen Führerstaat umzumodeln, kann man gleich Entwarnung geben.

Die Studie stellt – immerhin - fest, dass die grundsätzliche Zustimmung zur Demokratie seit 2010 – und damit in wahrlich nicht leichten Zeiten – sogar  noch gestiegen ist und in Gesamtdeutschland 94,9% erreicht.

 Befasst man sich mit den Grundlagen der Studie stößt man u.a. auf Folgendes:

… Während der Tagesspiegel vom 31.05.2012 von 149 Todesopfern durch rechte Gewalt seit der Wiedervereinigung schreibt und die Amadeu-Antonio-Stiftung im November des vorangegangenen Jahres gar 182 Todesopfer zählte, ging die Bundesregierung noch 2009 von 46 aus. Unter dem Eindruck der »NSU«-Affäre wurde die Zahl inzwischen auf 58 korrigiert, was aber an den grundsätzlich fragwürdigen Kriterien dieser Zählweise nichts ändert. Wenn auch die direkte Unterstützung der Terrorgruppe noch unklar ist und die strafrechtliche Aufarbeitung ihrer Taten aussteht: Die Auseinandersetzung muss selbstverständlich den Stand des öffentlichen Bewusstseins einschließen“.

Das ist ja nun mehr als fragwürdig und macht misstrauisch.

Von welchem oder wessen „Bewusstsein“ ist hier die Rede und warum und wie soll „die Auseinandersetzung“ das „einschließen“?

Ist es nicht gerade umgekehrt? Muss die Wissenschaft, als deren Vertreter sich die Verfasser der Studie mutmaßlich begreifen nicht die Fakten liefern, die Einfluss auf das zitierte „Bewusstsein“ haben sollten?

Man bekommt den leider sehr konkreten Eindruck, objektive Erhebung und Schlussfolgerung mischten sich hier, ein absolutes no go in meinen Augen.  

...Die Bedrohung der Demokratie kommt in diesem Sinne also von den »Rändern« der Gesellschaft her, eben von »Extremisten«. Die »Mitte-Studien« aber weisen regelmäßig darauf hin, dass dies ein Trugschluss ist: Gefahr droht aus der »Mitte« selbst, in der rechtsextreme Einstellung, autoritäre Phantasien und mangelndes demokratisches Bewusstsein weit verbreitet sind.…“.

 Ist das das Axiom, auf der die Studie basiert oder der zwangsläufig subjektive Schluss, den die Verfasser aus den Ergebnissen ziehen? Fragen über Fragen.

Und wie verträgt sich das mit dem Umstand, dass die Deutschen in Ost und West immer weiter zunehmend hinter der Demokratie stehen?

Und wenn wir schon bei den in der Studie gescholtenen Ostdeutschen sind: Ersetze oben „rechtsextreme“ durch „sozialistische“, berücksichtige, dass ein großer Teil der dortigen Bevölkerung noch in der DDR aufgewachsen ist und berücksichtige weiter, dass eine gnadenlose Aufarbeitung der DDR-Geschichte (noch) nicht stattgefunden hat, dann frage dich, durch welche Brille man „die drohende Gefahr für die Mitte“ auch sehen könnte.

Es wird aber noch besser.

.. Die Gleichsetzung von rechts und links ist ideologisch geleitet, analytisch irreführend und inhaltlich fragwürdig. Auf den Punkt gebracht: »Rechtsextremismus strebt die Beseitigung der Demokratie, der Sozialismus jedoch die Abschaffung des Kapitalismus an«. Beide – und also »links« und »rechts« – sind deshalb nicht auf die selbe Stufe zu stellen (Stöss 1989, 18).

Während die sehr heterogenen gesellschaftlichen Gruppen, die gewöhnlich als »linksextrem« bezeichnet werden, nicht von einer radikalen Ungleichheitsvorstellung getragen werden, sondern von der Radikalisierung des Egalitätsgedankens, stellen wir beim Rechtsextremismus eben dies als verbindendes Element fest (Heitmeyer 2002).

Da aber Egalitätsvorstellungen Kennzeichen der liberalen Demokratien seit der Französischen Revolution sind, zeigt sich das Problem des Extremismus-Begriffs unter anderem sehr deutlich bei den als »linksextrem« Bezeichneten: Diese verstehen »sich selbst fast durchgängig als demokratisch orientiert und akzeptieren zu 94 Prozent das Grundgesetz« (Neugebauer 2000, 24 f.).

Der Extremismusbegriff und die ihm zugrunde liegende Extremismustheorie werden wegen ihrer Eindimensionalität der »gesellschaftlichpolitischen Wirklichkeit kaum gerecht«, weshalb sie in der Forschung auch eher Ablehnung erfahren (vgl. Kowalsky & Schröder 1994; Neugebauer 2000, 13; Stöss 2010)…“.

Angesichts solcher Thesen wird man sich beim schwarzen Block und den üblichen Verdächtigen von der Antifa mächtig freuen und beim nächsten Mal vielleicht auch in die Polizeivideogeräte lächeln, wenn es darum geht, den Repräsentanten des Staates, dessen Grundgesetz man ja zu 94% akzeptiert (welchen Teil, den über den Sozialstaat?) mit der Zwille den Helm vom Kopf zu schießen oder sie mit Mollis zu grillen.

Hier schreibt im Übrigen mal wieder einer vom anderen ab (Heitmeyer et al.) und zwar mit Zitaten, die in den Kontext passen, das schafft Masse, das schafft Wucht, das schafft Wahrheit, klasse.

Schön auch die Anlehnung an die Französische Revolution, da denkt man gleich an Menschenrechte und so.

Dass diese wertvollen „Egalitätsgedanken“ aber auch speziell den Ostdeutschen, die ja laut Studie besonders dicke mit dem rechten Gedankengut sein sollen, 40 Jahre Unterdrückung und Diktatur beschert haben, stört die Verfasser offensichtlich nicht..

Nein, die „Mitte“ ist infiziert und zwar ausschließlich von rechts.

In summa: Sind diese Ausführungen der FES eigentlich noch Wissenschaft oder schon willkommene politische Dogmatik?

Zur Systematik:

Die Probanden wurden zu 18 Thesen befragt, möglich waren fünf Antworten (lehne völlig ab/lehne überwiegend ab/stimme teils zum teils nicht/stimme überwiegend zu/stimme voll und ganz zu).

Die Thesen zielen teilweise auf einen klar rechtsextremem Hintergrund wie die nach einem Führer, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regieren sollte (58,8%/16,1%/15,1%/7,6%/2,5%), die Naziverbrechen seien in der Geschichtsschreibung weit übertrieben worden (53,2%/21,4%/17,4%/6%/2%), die Juden arbeiteten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen (41,9%/21,6%/21,1%/11,6%/3,8%), es gebe wertvolles und unwertes Leben (58,2%/15,3%/16%/6,9%/3,7%), die Juden hätten einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passten nicht so recht zu uns (39,6%/21,6%/24,3%/10,5%/4%) und der Nationalsozialismus habe auch seine guten Seiten gehabt (49,3%/19%/21,5%/7,3%/2,9%).

Inwieweit der Nahostkonflikt und damit die Frage, inwieweit mit den „Juden“ die israelische  Politik in den letzten Jahrzehnten in die Antworten eingeflossen sind bzw. sie beeinflusst haben, ist nicht dargestellt, ganz abgesehen davon, dass bekanntlich Antisemitismus ganz wesentlich "links" angesiedelt ist, weshalb auch aus diesem Grund der Rückschluss, man habe es mit einer latent rechten Bevölkerung zu tun, doch leicht komisch anmutet.

Im Übrigen wagt die Studie nicht, die Frage nach der Haltung zur Vernichtung beispielsweise angeblich unwerten Lebens zu stellen, geht also offensichtlich davon aus, dass sie sich selbst beantwortet und suggeriert, die Befragten hätten a) die nationalsozialistische Betrachtungsweise von „Leben“ übernommen und würden b) deren Vernichtungsprogramm übernehmen.

Eine fragwürdige Vorgehensweise gerade in einem extrem heiklen Punkt, ich hätte da wesentlich exaktere Formulierungen erwartet, ehe ich die Befragten zu potentiellen Massenmördern abstempele.

Unter diese Thesen werden aber auch solche mit einer Art Mischcharakter gestreut.

Die Behauptung oder besser die Antworten zur Behauptung „Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben“ (16,1%/14,9%/29,7%/26%/13,2%) kann ich deuten als Ausdruck rechtsextremen chauvinistischen Denkens, aber auch im Kontext mit den Gefahren in Zeiten der Eurokrise sehen.

Das dürfte auch für die Antworten zur These gelten, oberstes Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die es verdient (24,6%/18,5%/29,6%/20,6%/6,8%).

Sicher diskussionswürdig sind stellenweise auch die Antworten zur Stellung von Ausländern in Deutschland. Aber auch hier wird munter gemischt. Es wechseln Fragen zur Überfremdung mit Fragen nach der Ausweisung im Falle knapper Arbeitsplätze, etwas, das im europäischen Ausland diskutiert und auch praktiziert wurde. Völlig ausgeblendet auch die Sicht auf oder die Ängste der Menschen vor sozialen Problemen im Zusammenhang mit Migration, die es ja unbestreitbar gibt.

Tricky schließlich auch die These, ob im nationalen Interesse unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform sei (56,9%/29,3%/15,8%/6,2%/0,8%).

Die Formulierung „nationales Interesse“ soll wohl die Kupplung zum nationalsozialistischen Impetus darstellen, vergisst aber zu erwähnen, dass sich Diktaturen zwangsläufig immer auf eine Nation beziehen, weshalb die Antworten also alle möglichen, auch sozialistische Diktaturen betreffen können.

Das wäre ja auch nicht weiter schlimm, gäbe es nur nicht die apodiktische Feststellung der FES, die Mitte Deutschlands schimmere allmählich bräunlich.

Ich denke, es wird deutlich, dass die holzschnittartige Befragung unzureichend war und dringend einer weiteren Exploration bedurft hätte, um festzustellen, was die Leute wirklich meinen, ehe man einem Gutteil dieser Gesellschaft unterstellt, er hege und pflege autoritäre, chauvinistische und diskriminierende, vulgo rechtsextreme Grundeinstellungen.

Als Nachweis für meine an Gewissheit grenzende Vermutung kann neben den voranstehenden Ausführungen auch dienen, dass die Verfasser die unentschiedenen Antworten (teils ja, teils nein) zu den Thesen immer und ausschließlich so interpretierten, dahinter stecke in Wirklichkeit eine latente Zustimmung zu fragwürdigen Thesen hinter den Antworten, die Befragten trauten sich nur nicht, die Wahrheit zu sagen.

Das mag man so sehen können, aber einfach auszuschließen, dass die Befragten angesichts der stellenweise unübersehbaren Dimension der Thesen und ihres Bildungsstandes vielleicht einfach überfordert waren und sich deshalb unentschieden äußerten, geht für mich eindeutig zu weit. Auch hier wird ohne Not und Rechtfertigung der braune Stempel aufgedrückt.

Kurzum – man kann die Erhebung deuten wie man will, sie kann als Diskussionsgrundlage dienen, wenn man ihre Stärken und Schwächen berücksichtigt, auch wenn man deutlich merkt, woher sie kommt und wohin sie will.

Sie gibt aber bei genauer Durchsicht aus meiner Sicht in Folge einseitiger Schlussfolgerungen und Ausgangsthesen keinesfalls die wohlfeile Steilvorlage für Alarmismus, als die sie interessierte Kreise offensichtlich verstehen (wollen), wobei ich nicht weiß, wer sie ganz oder zumindest in den interessanten Abschnitten überhaupt gelesen hat.

Das Perfide an dieser Studie ist aber gleichwohl, die autochthone Bevölkerung unter einen Generalverdacht zu stellen. Theoretisch eine Allzweckwaffe zur Unterbindung unliebsamer Diskussionen, denn der, der sich kritisch zu bestimmten Entwicklungen äußert, muss dann automatisch dem zu therapierenden Prozentsatz angehören, der als „rechtsextrem“ entlarvt wurde.

Und darin liegt die eigentliche Gefahr dieser Studie, zumindest in dem Klima, das wir derzeit in diesem Land haben.

P.S.: Jetzt die Studie heranzuziehen, um eine angebliche Rechtslastigkeit von SPD-Anhängern herbei zu fabulieren, ist für mich übrigens genauso Panne.

18.11.2012

  •  

 

Immer wenn ich denke, es geht nicht mehr schlimmer, kommt jemand wie Iris Berben um die Ecke,

Die hat sich nicht entblödet, den Preis für Zivilcourage des Düsseldorfer Freundeskreises Heinrich Heine auch tatsächlich entgegen zu nehmen, für´s Vorschlagen kann sie ja im Zweifel nix.
Grund war ihr
"Engagement im christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Dialog" sowie ihr "aktives Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in der Gegenwart". Dieses Engagement war mir bislang entgangen, das muss ja aber nichts bedeuten.

Henryk M. Broder, der es aber hinreichend sicher wissen müsste, merkte zur Preisträgerin nur an, den Preis habe Berben wohl für ihre Äußerung erhalten, sie würde zum Judentum übertreten, wenn die Existenz Israels gefährdet wäre. Boah ey, die hat aber mächtig Klötze in der Hose.

Die Rede ist hier natürlich vom "German Mut", ein weiterer Eiterpickel am zwischenzeitlich durchaus anämisch anmutenden Volkskörper neben der "German Angst", die wie wir alle wissen immer und überall ist.


Am Wochenende habe ich eine Sendung über die Mafia in ihren Spielarten à la Camorra und N´drangheta gesehen. Speerspitze des Kmapfes sind in Italien die Staatsanwälte, von denen man einige zeigte und interviewte. Kaum einer hatte nicht mindestens einen Anschlag hinter sich.

DAS, werte teutonische Preisträger, ist Mut, und da brauche ich gar nicht erst an Giovanni Falcone erinnern.

Manchmal gehen mir bestimmte Landsleute so auf die Nerven, dass ich nur noch kotzen könnte.
21.1.2013