Der nächste "Abendspaziergang" ist passé und man streitet über die Teilnehmerzahl. T-Online, die Speerspitze des Guten und Aufrechten, vermeldet 17.500, Pegida selbst spricht von über 20.000. Unstreitig scheint zu sein, dass es deutlich über der Zahl von vor einer Woche lag.

Apropos T-Online. 

Bei deren "Bericht-erstattung" denke ich automatisch an Otto aus "Ein Fisch namens Wanda" und sein "Ääh, wie war das noch mal im Mittelteil?".

Es fängt an mit dem Statement, dass Pegida ein no go ist, zähneknirschend aber attestiert werden muss, dass es schon wieder mehr Schandbürger waren (aber - haha - die mutigen Mitarbeiter der Semper-Oper haben denen das Licht abgedreht, Brüller), um dann - es geht aufwärts - zu vermelden, die "Zahl der Gegendemonstranten" steige. 

Zwar leider nicht vor Ort, wie man im Klein(er)gedruckten erfährt, dort sinkt die Zahl vielmehr erkennbar, aber eben "bundesweit". Schwenk nach München, wo 12.000 Menschen - Achtung Kontrapunkt - zu einer "friedlichen" Demonstration zusammengekommen seien, aktiviert von "einem breiten Bündnis gesellschaftlicher Gruppen".

Schlußrambo - Auftritt Ex-Kanzler, Gazprom-Lobbyist und Putin-Intimus "Krawall-Gerd" Schröder, der einen "Aufstand der Anständigen" fordert, so wie im Jahre 2000 nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge, als Zehntausende "gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" auf die Straße gegangen seien. Auch für den Ahnungslosesten ist ab sofort klar, dass im Kielwasser von Pegida Terror gegen Ausländer, Juden und entsprechende Einrichtungen folgen werden.

Und für die, die es immer noch nicht kapiert haben: Die Berichte zu Pegida führt T-Online unter der Sonderseite "Ausländerfeindlichkeit".

Und die beschweren sich über die Worte "Lügenpresse"?

Junge Junge, man bekommt direkt Hochachtung vor dieser ausgeklügelten Perfidie.

Otto habe ich übrigens erwähnt, weil der Ankündigung, Pegida sei megascheiße wie üblich keine Begründung folgt, sondern gleich übergeleitet wird in den Bereich, in dem sich die Guten, Wahren und Aufrechten tummeln.

Es fehlt also der Mittelteil. Nur zu behaupten, etwas oder jemand sei "fremdenfeindlich" oder "rassistisch" reicht aber nicht, bis jetzt jedenfalls noch nicht.

Und übrigens - den Brandanschlag 2000 verübten drei Muslime, nämlich zwei Deutsche marokkanischer Herkunft und ein aus Jordanien stammender Palästinenser.

Das war nur das, was allgemein bekannt war. Frank Günther weist ergänzend darauf hin, dass sich Schröders Gerd unmittelbar seinerzeit so einließ: "Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen, wegschauen ist nicht mehr erlaubt. Man muss ein Maß an Zivilcourage entwickeln, damit die Täter nicht nur kriminalisiert, sondern auch gesellschaftlich isoliert werden ... Die Bundesregierung wird alles tun, die Täter zu bestrafen und die politischen Strukturen, die sie schützen, zu zerschlagen. Es muss klar gemacht werden, dass diese Organisationen in Deutschland keine Chance haben".

Er hatte natürlich die bescheuerten Berufsarier im Blick. Nachher war dann aber von "Zerschlagung politischer Strukturen" und "gesellschaftlicher Isolierung der Täter" keine Rede mehr.



… Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Klar, alle Menschen hängen irgendwie am Tropf ihrer Umwelt. Aber oft bestimmt eben doch das Bewusstsein das Sein und prägt und verändert es. Daher stehen alle Menschen im Westen längst unter diesem Druck eines linkskorrekten Mainstreams, der sie zwingt, entweder selber links daherzureden und daherzukommen oder aber, falls sie Probleme mit der linken Attitüde haben, sich dafür zu entschuldigen oder zu verkriechen. Die meisten Menschen repräsentieren sich diffus links. Ihr Bewusstsein sagt ihnen, dass dies günstig für ihr Fortkommen ist. Und das ist es auch ...

Vielen Dank, Frau Röhl!



"... Was wir seit einigen Monaten in Deutschland erleben, ist ein Festival des Wahnsinns, dessen Protagonisten keine wildgewordenen Kleinbürger, keine Nationalisten und keine Rassisten sind, schon gar nicht Nazis in Nadelstreifen, sondern seriöse und staatstragende Politiker, die sich wie Feudalfürsten am Ende des 18. Jahrhunderts benehmen, Regenten, die ihre Macht und ihre Privilegien mit niemandem teilen wollen..“


Und wenn ich schon beim Bedanken bin – auch Ihnen herzlichen Dank, Herr Broder!

Auch Thomas Rietzschel stößt ins gleiche Horn.



Cem Özdemir lehnt jeden Dialog mit pegidainfizierten Nazis ab, das "Gesülze" mancher seiner Politikerkollegen in dieser Richtung verstehe er nicht. Das ist übrigens der selbe Cem Özdemir, der jüngst mal eben mit Hilfe deutscher Gerichte eine kurdische Moschee aus dem Haus klagte, in dem sich seine Wohnung befindet.

Wie man liest, hatten er und seine Familie eine ungesunde Kollision mit der Integrationsrealität à la Buschkowsky.  



Vera Lengsfeld weist zu Recht darauf hin, dass selbst der Spiegel 2007 eine "stille Islamisierung" Deutschlands beklagte.



Ich gestehe, dieser Kommentar von Friederike Haupt war ein weiterer Grund, dass ich kurz vor der Kündigung des FAS-Abos stand.

Er kommt in freundlichem Gewande daher, meint aber das Gegenteil dessen, was er vorgibt zu sein - er lässt "die Dummen" nackter dastehen als es einer der mittlerweile sattsam bekannten höhnisch-herablassenden Kommentare aus Zeitungsmacher- und Politikermunde jemals könnte.

Es besteht auch ein Konnex zwischen Dummheit und Pegida, Kronzeugen sind für Frau Haupt die Demonstrationsteilnehmer, deren Interviewbeiträge (ausgerechnet) "Panorama" zum "Weiden für Fortgeschrittene" ins Netz gestellt hat.  "Zuhören" soll man diesen Kommentaren, denn nur dann könne man "klug" antworten.

Respekt, das ist die Perfidie in Perfektion exekutiert.

Und unredlich ist es auch, denn wenn es darauf ankäme, sollte man Youtube durchforsten, wo man Myriaden an gruseligen Stellungnahmen von "Umweltaktivisten", "Friedensfreunden" und "Globalisierungskritikern" findet, die einem die Fußnägel hochrollen, aber die haben ja auch ein wichtiges Anliegen und da kann, ja da MUSS man den "Dummheitspfeil" unbedingt im Köcher lassen.

Natürlich können "Ausländerfeinde" solche Nachsicht nicht für sich in Anspruch nehmen, wenn sie ein geregeltes Einwanderungsrecht und mehr Profil gegen den radikalen Islam einfordern. Und damit ist Frau Haupts Artikel nicht nur perfide und unredlich, er bringt auch nichts in der Sache selbst.

Und wenn man das erkannt hat, kann man ihn getrost vergessen und sein FAS-Abo behalten.