Die russisch-orthodoxe Kirche holt angesichts der Legalisierung der Home-Ehe und der „Trauung“ gleichgeschlechtlicher Paare in evangelischen Kirchen die dicke Berta aus dem Arsenal. Es wird gleich die biblische Apokalypse bemüht, denn derlei Frevel zeige „apokalyptische Symptome“ und sei ein "Zeichen der Endzeit".

Solche Entwicklungen seien „eine als Demokratisierung getarnte Säkularisierung“, also Teufelszeug. Patriarch Kyrill I. sieht die westlichen Völker „auf dem Weg zur Selbstzerstörung“. Homosexualität sei schließlich „Sünde“ und man werde den eigenen – sicher nicht unbeträchtlichen – Einfluss geltend machen, Russland erst gar nicht zu einem solchen Sodom und Gomorrha werden zu lassen. 

Gedanken darüber, warum ihr Herr Schwulen und Lesben diese Veranlagung in die Wiege gelegt hat, die ja nun niemandem schadet, sieht man mal von Moralvorstellungen heiliger Menschen ab, scheint man sich nicht zu machen. Hat der Herr denn gegen sich selbst gesündigt, wenn er Männer schwul und Frauen lesbisch werden lässt und was können die Betreffenden denn dafür, wenn an ihnen nur die Entscheidung des Herrn exekutiert wird?

Das ist Dogmatismus und rückwärts gewandte Perspektive, die man ansonsten einer der anderen großen Weltreligionen vorwirft, ganz abgesehen davon, dass die moderne Biologie längst weiß, dass Homosexualität nichts ist, was man wie Rauchen einfach aufhören kann und das ist schon schwer genaug, ich weiß, wovon ich rede. Warum also „Sünde“?

Und liebe hohlraumversiegelte Pfaffen - was Demokratie ist und was nicht, darüber wollen wir uns nicht ausgerechnet von euch belehren lassen. Das ist, als hätte man Erich Honecker ein Seminar über soziale Marktwirtschaft halten lassen. 

3.8.2013



Hart wie Kruppstahl ist Metropolit Serafim von Piräus, wenn es darum geht, ob Athen eine Moschee bekommen soll. Nein, nein und nochmals nein.

Seit 1890 versuchten die "griechischen" Muslime, die Genehmigung zur Errichtung eines Gotteshauses zu bekommen. Auch unter Berücksichtigung der legendären Effizienz des griechischen Verwaltungsapparats wird man konzedieren müssen, dass das schon relativ lange läuft.

2011 wurde ein Gesetz erlassen, das den Weg freimachen würde, Termine für die Ausschreibung der Gewerke sind - nur Allah weiß warum - bis heute immer wieder verschoben worden.

Rechnet man dann noch die Bauzeit drauf, werden die Urenkel der in den nächsten 50 Jahren geborenen Muslime in Athen - vielleicht - in einer Moschee beten dürfen, die diesen  Namen auch verdient. Bislang ist man auf Privatbehausungen und Lagerräume - im offiziellen Sprachjargon treppenwitzig "illegale Moscheen" genannt - angewiesen.

16.10.2013