Stéphane Courtois u.a. - Das Schwarzbuch des Kommunismus

Es gibt Bücher, die sind gewaltig und es gibt Bücher, die sind monumental. Dieses Buch gehört zur letzteren Kategorie, was Ziel, Umfang und Anspruch angeht. Es entzieht sich daher einer Beschreibung, man muss es selbst lesen.

Nichts anderes als die Verheerungen, die der Kommunismus, beginnend mit Oktober 1917 bis zum Untergang Ende der Achtziger des 20. Jahrhunderts verursacht hat, zu beschreiben haben sich die acht Autoren, darunter übrigens auch Joachim Gauck und Erhart Neubert, auf die Fahne geschrieben.

Sowjetreich, das "übrige" Europa, Asien, Dritte Welt und schließlich das Ende mit dem Fall der DDR stellen die großen Themenbereiche dar. Über knapp tausend eng beschriebene Seiten geht der teilweise detailliert, immer aber verständlich geschriebene Parforceritt. Die politische Heimat der Autoren bleibt nicht verborgen, was dem Buch aus meiner Sicht aber nicht schadet.

Für verklärende Reminiszenzen bleibt kein Raum mehr, das mörderische Regime Maos wird entblößt und Korea- sowie Vietnam-Krieg werden in einen historischen Gesamtkontext gestellt, was sicher erforderlich ist, um auch das völlig missglückte Engagement der Amerikaner in Vietnam zu verstehen.

Aufschlussreich auch die Ausführungen über die kubanische Revolution und dort speziell über den Heros der T-Shirt-Druck-Industrie, Herrn Ernesto "Che" Guevara, der übrigens ob seiner eiskalten und mörderischen Gesinnung von den Kubanern - zumindest denen, die ihn wirklich kannten - von Herzen abgelehnt wurde. Gott, wenn ich daran denke, dass ich mich als Junge von Frederik Hetmann und seinem Propagandaschund "Ich habe sieben Leben" über Guevara habe einwickeln lassen, nun gut, man war jung und brauchte Soulfood.

Sehr gut auch die Berichte über Nicaragua und die Sandinisten, über Peru und die völlig durchgeknallten Maoisten des "Leuchtenden Pfad", über Äthiopien unter Mengistu und last not least über die traurige Geschichte Afghanistans.

Leichenberge, Leid, Not, Armut und grässliche Unter-drückung sind zwangsläufige Folge dieser Ideologie, wenn man sie gewähren lässt. Das was man ohnehin weiß oder ahnte, wird hier angesichts der akribisch recherchierten Fakten zur Gewissheit und darin liegt der unbestreitbare und riesige Verdienst der Autoren.

Buch kaufen, eine Woche frei nehmen und lesen, nichts als lesen. Es lohnt sich, versprochen.