31.8.2010: Kommentator Eckart D. Stratenschulte merkt in der "Frankfurter Rundschau" an:

Deutschland wird immer dümmer – diese These stellt Thilo Sarrazin auf und belegt sie zugleich durch seinen Auftritt. Sobald die Bundesbank ihn wegen seiner Clownerie kaltgestellt und zu Deutschlands höchstbezahltem Arbeitslosen gemacht haben wird, verfügt er noch über mehr Zeit, den Stammtisch zu bedienen.

DAS ist genau die dümmliche und kurzsichtige Denke, die dafür gesorgt hat, dass sich Millionen der Radikalität mehr als abholder Bundesbürger die Sarrazin´sche Schwarte anschaffen und "Das Ende der Geduld" bereits hinter Glas im Gelsenkirchener Barock stehen haben.

Wenn das Verdienst von Thilo Sarrazin nur darin besteht, dass solche arroganten, pseudoliberalen und wichtig-tuerischen Sesselfurzer nach 40 Jahren Elfenbeinturm und misslungener Integration Beine bekommen, dann ist viel gewonnen.

Wenn begründete und begründbare Befürchtungen "Stammtisch" sind, dann gehöre ich auch dazu. Und klar ist, dass solche Cerebralwichtel beispielsweise aus dem höchst problematischen Minarettvotum einer außerordentlich heterogen besetzten Schweizer Bürgerbewegung nichts und noch weniger gelernt haben.

Aber wer aus Gründen der eigenen Profilierung schon auf das "D." im eigenen Namen nicht verzichten kann...

Hier übrigens die "Haaretz": "Jüdische-Gen-Theorie schlägt in Deutschland Wellen – in Israel verhallt sie ungehört."

Die sind beneidenswert cool.

 

 

Eben wird gemeldet, dass die Lesung bei einem Hildesheimer Buchhändler abgesagt werden musste. Wegen Sicherheitsbedenken.

Nicht aufgebrachte Muslime wurden hier aktiv, sondern ein Hildesheimer "Bündnis gegen Rechts", das sich wie folgt artikulierte:"Kein Forum für Antisemitismus, Rassismus und populistische Hetze". So kann man den Diskurs natürlich auch führen.

 

Ich habe die gestrige "Beckmann"-Sendung vorsorglich aufgenommen, da Sarrazin zum Duell geladen worden war und musste dann feststellen, dass sich der Moderator mal wieder selbst disqualifizierte, weil er penetrant immer dann unterbrach, wenn die Thesen entwickelt werden sollten. Eine gelungene Zusammenfassung der Veranstaltung findet sich hier.

 

Sarrazin und die "taz" auf einer Linie? Was ist denn da passiert?