19.11.2013: Am 11.11.2013 ist Devin Kohlman aus Port Clinton in Ohio mit 13 Jahren an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Es war seit geraumer Zeit klar, dass der Junge sterben würde, spätestens seit er aus dem Krankenhaus in Cincinnati nach Hause kehrte. Sein Wunsch war es, noch einmal Weihnachten zu feiern. Und so haben die 6.000 Einwohner seiner Heimatgemeinde angepackt und den ganzen Ort weihnachtlich geschmückt. Es wurde Schnee herbeigekarrt und an allen Ecken wurden Weihnachtslieder gesungen. Der Junge war glücklich. Kurz bevor Devin dann starb, erfüllte sich auch sein letzter Wunsch - es schneite. Solche Geschichten lassen hoffen und für eine kurze Zeit war es im Oktober 2013 intensiver und ehrlicher Weihnachten als in manchen Ecken der Welt in der Zeit vom 24. bis 26.12. Wunderbar. 

23.11.2013: Ein heute selten gewordener Ausbruch universitärer Zivilcourage ereignete sich jüngst an der Hochschule Hannover. Ein Mob der Antifuck stürmte eine Vorlesung und verfrachtete die Studentin Christina Krieger an den Pranger. Mittels Transparenten unter anderem mit orangefarbenen Pfeilen, die auf Krieger an ihrem Platz gerichtet waren und einer flammenden Stakkatorede wies man auf die Tätigkeit Kriegers für die NPD hin. Zwar gehe von Krieger - die sich unstreitig an der Uni unpolitisch verhält - keine unmittelbare körperliche Gefahr aus, das sei aber egal. Darauf die Uni-Profs völlig unverhofft: Man suche sich die Studenten weder nach der Hautfarbe noch nach der politischen Gesinnung aus, jeder habe das Recht, In Hannover zu studieren. Man sei entsetzt über diese denunziatorische Form des Protests. Auftritt Gutmensch-fraktion in Gestalt eines SPD-Schuckeltierchens im Stadtrats namens Kelich: Die Uni hätte zuallererst ein Bekenntnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abgeben müssen, die Reaktion der Uni sei enttäuschend. Hervorzuheben gewesen sei die Wehrhaftigkeit der Demokratie gegenüber demokratiefeindlichen Gesinnungen und weil er damit die Antifuck-Aktion deckte, offenbarte er, dass er von Demokratie wenig bis nichts weiß und auch nichts versteht. Erich Barke, Präsident der Uni, zu diesem Scheiß: Die Aktion der Antifuck sei "unakzeptabel", die eigene Identität zu verschleiern, um die einer anderen öffentlich zu machen, sei "feige und undemokratisch", er sei auch gegen rechts, aber der Kampf müsse "mit offenem Visier" geführt werden. Was für eine erfrischende Brise!


4.12.2013: Eines meiner Mantras ist ja, dass Bildung den Weg aus der - auch geistigen - Armut und in die Freiheit weist. Deshalb finde ich es toll, dass sich der Prozentsatz Jugendlicher ohne Berufsabschluss von 16,5% 2005 auf 13,4% 2011 reduzierte. So kann es weitergehen.


15.12.2013: Die beiden Filialen in 19 Villiers Street und 33 Old Compton Street zu London laufen gut, um nicht zu sagen immer besser. Die Rede ist von "Herman ze German", einer im Aufbau begriffenen Bratwurst-Unternehmung, die offensichtlich zu 100% den Würstchennerv unserer cousins getroffen hat. Die Inhaber sind tatsächlich Deutsche, die sich hier in Südbaden vor einiger Zeit kennen und lieben gelernt haben, nach England gingen, wo sie ihr Glück aus dem Schweinedarm suchten und fanden. Die Würste kommen immer noch von der Metzgerei Hug in Steinen. Herman beschickt mittlerweile sogar Highclass-Events in London, selbst Heidi Klum soll schon an einer Herman-Sausage gelutscht haben. Besonders gelungen ist, dass neben dem ehemaligen Friseur Florian Frey auch Azadeh Falakshabi großen Erfolg bei Briten mit urdeutschen Produkten hat, was ja bei der von mir unterstellten Herkunft von Frau Falakshabi aus dem Iran eine wunderbares Beispiel von Völker-verständigung über alle Grenzen ist.  Die Wurst macht´s möglich. 

9.1.2014: Aktuell kommen die Filme "Dancing in Jaffa" und "Bethlehem" ins Kino. In "Dancing in Jaffa" wird von einem Projekt des aus Tel Aviv stammenden und in New York lebenden Tanzlehrers Pierre Dulaine berichtet, der israelischen und palästinensischen Kindern Tanzunterricht gibt und sie miteinander tanzen lässt. In "Bethlehem" des israelischen Regisseurs Yuval Adler rekrutiert der israelische Geheimdienstoffizier Razi den 15jährigen Palästinenser-jungen Sanfur, Bruder eines gesuchten angeblichen Terroristen, um ihn als Spion einzusetzen. Zwischen den beiden ungleichen Protagonisten entwickelt sich eine starke Beziehung, die aber keine Chance hat. Zwei Filme mit völlig unterschiedlichem Inhalt, aber einer gemeinsamen Botschaft - so wie bisher kann es nicht weitergehen und das betrifft beide Parteien. Das Pflänzchen Hoffnung im Nahost-Konflikt hat wieder einige Tropfen Wasser bekommen, wobei anzumerken ist, dass speziell der zweite Film ein selbstbewusstes Staatswesen voraussetzt, das solche Projekte wie der Staat Israel zulässt und toleriert.

22.1.2014: Die Eltern-AG betreut mittlerweile 1.630 Eltern mit 3.800 Kindern. Gegründet 2004 als Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt findet sich die Eltern-AG mittlerweile in fast allen Bundesländern. Für die Eltern-AG sind erfahrene Pädagogen, genannt Mentoren, die sich um Eltern mit prekärem Hintergrund kümmern und auf diesem Wege versuchen, speziell die Kinder aus der immer gleichen Spirale von Unwissenheit, Gewalt und Scheitern herauszuholen. Die Jacobs-Foundation hat die Bewegung mit dem "Best Practice Preis 2013" ausgezeichnet. Ermutigend.

29.1.2014: James Grant, 24jähriger neuseeländischer Arzt, hat vor wenigen Tagen einen Haiangriff überlebt. Er verpasste dem Fisch ein paar Stiche mit dem Messer, worauf der von seinem Bein abließ. Zurück am Strand nähte er seine Wunden mit dem eigentlich für seine Jagdhunde  gedachten Erste-Hilfe-Material zu und tat das, was man einem in dieser Situation zuerst einfällt - er ging in den nächsten Pub und trank ein Bier. Er bat dort auch um einen Verband, um nicht den Pub-Boden mit seinem Blut zu versauen. Grant bedauerte nach eigenen Angaben, den Hai nicht getötet zu haben, denn im Pub sei gerade ein Fischerwettbewerb gefeiert worden, bei dem er hätte punkten können.

10.8.2014: 2004 wurde die damals vierjährige Raudhatul vom Tsunami gemeinsam mit ihrem Bruder bei Banda Aceh  ins Meer gerissen. Beide Kinder konnten sich an einer Planke f3esthalten und trieben etwa 100 - 150 km durch das Meer, ehe sie an der Insel Banyak strandeten und von einer älteren Dame geborgen wurden. Jetzt - nach 10 Jahren - kehrte Raudhatul zu ihren Eltern zurück.

28.8.2014: In Zeiten inflationär wachsender Zahlen gratismutiger Mitbürger, die die angebliche Aggression Israels im aktuellen Gaza-Konflikt vom Ohrensessel aus geißeln und beispielsweise mit chinesischen oder tibetischen Bürgerrechtlern so viel zu tun haben wie ein Schwein mit einem Heißluftballon, sei der Blick auf andere wahre Helden gelenkt: Ebola wütet in weiten Teilen Westafrikas, man spricht von 2.600 Infizierten und wie das alles ausgeht weiß man immer noch nicht. Dass es irgendwann eingedämmt werden kann, wird dann auch an den vielen medizinischen Helfern vor Ort liegen, von denen sich bereits 240 selbst infiziert haben. 120 dieser Helden haben ihren todesmutigen Einsatz bereits mit dem Leben bezahlt.   

28.9.2014: Christoph Kramer (Gladbach) hat Stefan Kutschke (Paderborn) gestern nicht gefoult, auch wenn es so aussah. Kramer sah nach der Aktion gelb von Schiri Marco Fritz. Kutschke ging zu Fritz und stellte klar, dass Kramer unschuldig sei, worauf Fritz die gelbe Karte zurücknahm. Ein heute seltenes Beispiel von Sportsgeist, der sich nicht um die Folgen schert. Paderborn hat das Spiel knapp verloren.

10.10.2014: Wie eben bekannt wurde, erhält den Friedensnobelpreis 2014 u. a. Malala Yousafzay aus dem pakistanischen Swat-Tal, die junge Frau, der die Taliban vor Jahren in den Kopf und den Hals schossen, weil das Mädchen partout in die Schule gehen wollte. Malala überlebte und wurde in Großbritannien behandelt, seither setzt sie ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frau fort. Eine mehr als würdige Preisträgerin.

23.10.2014: Soweit sich im Zusammenhang mit Ebola und der Familie Castro überhaupt etwas Positives berichten lässt, dann der wirklich extrem hohe Einsatz, den die Kubaner bei der Bekämpfung der Seuche in Afrika zeigen. Bei nur 11 Millionen Einwohnern hat Kuba bereits 165 Ärzte und Pfleger entsandt und plant die Entsendung weiterer 300. Internationale Solidarität mustergültig vorgeführt, das löste sogar das Lob der USA aus. Schattenseite: Infizierte Kubaner dürfen nicht mehr in ihr Heimatland zurück.

26.12.2014: Die Besatzung eines American Airlines-Jet hat am 23.12. unter dem Applaus der übrigen Passagiere einen Idioten aus dem Flieger geworfen, der die Stewardessen beschimpft hatte, nachdem sie allen "Frohe Weihnachten" gewünscht hatten. Er verbitte sich das. Danach konnten die übrigen Passagiere zu den Weihnachtstagen mit ihren Familien und Freunden fliegen.

5.1.2015: Es wirkt unangebracht und zynisch, einen Vorfall aus dem Ersten Weltkrieg auf dieser Seite zu posten, aber der "Christmas Truce" ist auch nach 100 Jahren nicht vergessen. Am Weihnachtsabend 1914 kam es in Flandern zu einem kurzen Waffenstillstand, in dessen Verlauf Engländer und Deutsche gemeinsam feierten, Tabak und andere Dinge tauschten und sogar Fußball gegeneinander spielten. Der Rest ist bekannt, aber dieser Vorgang ist wie ein Leuchtfeuer in grenzenloser dunkler Nacht.

27.06.2015: "Ich liebe dich Baby. Aber bitte geh einfach. Sag unseren Kindern, dass ihr Daddy sie liebt", sagte der englische Ingenieur Matthew James zu seiner Verlobten Saera Wilson, nachdem er sich bei dem tödlichen Anschlag am Strand von Sousse vor seine Verlobte geworfen hatte und drei Mal von dem Attentäter getroffen worden war. Wilson musste den verletzten James unter einer Liege zurücklassen. Das Paar hat zwei Kinder im Alter von sechs Jahren und 14 Monaten. Irgend jemand hielt die Hand über James, er wurde durch eine Notoperation gerettet.

10.08.2015: Bereits im Juli hat ein Scharfschütze des SAS in Syrien nahe der türkischen Grenze mit drei Schüssen über eine Distanz von 1.000 m drei IS-Schergen erschossen, die gerade dabei waren, einen Vater mit seinem Sohn zu enthaupten. Wie immer in diesen Fällen hatte der IS die Dorfbevölkerung gezwungen zuzuschauen. Nach dem gelungenen Coup befreiten die Dorfbewohner die Gefangenen, die dann mit einem Pickup in die Türkei flohen. Das SAS-Kommando rückte ein und musste feststellen, dass bereits mehrere Menschen zuvor enthauptet worden waren.

25.8.2015: Spencer Stone, Alek Skarlatos und Anthony Sadler sind einfach nur Helden. Als ein islamistischer Terrorist im Thalys 9364 von Amsterdam nach Paris letzten Freitag mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser ein veritables Massaker anrichten wollte, wurde er von den drei unerschrockenen US.Boys überwältigt. Super.

7.6.2016 - Zwei bewaffnete Räuber haben in Ostfrankreich eine McDonalds-Filiale überfallen und flohen mit 2.000 Euro. Der Coup war aber gleich vorüber, denn im Restaurant saßen 11 Mitglieder des Gendarmerie-Spezialkommandos für Geiselnahmen, die gerade Burger futterten. Sie warteten ab, bis die Räuber draußen waren, um nicht die Gäste zu gefährden und krallten sich dann die beiden Herren.

12.7.2016:


Konny Reimann fällt von Laderampe. Mit Mäher! Qualitätsjournalismus à la T-Online. Gute Nachricht: Uns Konny ist nix passiert.

13.7.2016: Der Traktor ist tot. Bernardo Provenzano, legendärer Mörder und Mafia-Boss ist im Alter von 83 endlich zur Hölle gefahren und leistet John Gotti Gesellschaft.