Revisit Dezember 2014:

Bodo Ramelow ist mit den Stimmen der Steigbügelhalter von SPD und Grünen zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt worden, was mehr über die SPD und die Grünen sagt als über die Linken, die nie abgestritten haben, wieder an die Futtertröge der Macht zu drängen. Jetzt ist 25 Jahre nach dem Mauerfall der Tabubruch da und deshalb  wird es hier doch weitergehen.


Nachlese Juli 2013:

Die Linke erinnert mittlerweile nur noch an einen Streichelzoo und fällt als ernst zu nehmende Bedrohung für den gesunden Menschenverstand nach Stand jetzt auf Dauer aus. Die Jugend ist auch angesichts der deutlich sichtbaren Erosion dieser Partei in personeller, vor allem aber intellektueller Hinsicht viel zu clever, um sich noch einen roten Bären aufbinden zu lassen. Ich akzeptiere, dass es einen offensichtlich gottgegebenen Prozentsatz Linkenwähler in dieser Republik gibt und dann soll es für mich auch gut sein, auch wenn mir kein einziges Argument einfällt, diesen Haufen zu wählen. Muss es auch nicht.

Wie anders deuchte mir das alles, als ich die Seite aufmachte. Die ehemalige SED-Mischpoke drohte, Geschichte zu klittern, auf Opfergräber  zu pinkeln und das Klima in diesem Land zu vergiften.

Nichts mehr zu sehen, zu hören und zu merken davon, also soll es auch hier gut sein. Ich schließe die Seite oder besser parke sie, damit man auch später noch nachlesen kann, wer sich da wie auf den Weg gemacht hat, dieses Land auf links zu drehen und damit gottsjämmerlich auf die Schnauze geflogen ist. Prima.

26.7.2013  


 Vorwort Dezember 2008:

Ich halte es sehr oft mit Winston Churchill, der über den Sozialismus gesagt hat:

"Sozialismus ist eine Philosophie des Versagens, das Credo des Unwissens und das Evangelium des Neids. Sein Vorzug ist es, das Elend gleichmäßig zu verteilen".

Die kAnalarbeiterseiten sind all denen gewidmet, die es geschafft haben, die Hälfte aller Jugendlichen in den ehedem neuen Bundesländern und ein Drittel der Jugendlichen im Westen glauben zu machen, die DDR sei keine Diktatur gewesen und - an alle gerichtet - das künftige Heil liege allein in einem "demokratischen Sozialismus" à la "Die Linke", den Walter Ulbricht laut einer von Wolfgang Leonhard überlieferten Äußerung so definierte: "Es muss alles demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben".

Auslöser für diese Gegenpropagandaseite ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Schülern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern durch SED-Forscher der FU Berlin, die erschreckende Wissenslücken und sozial-romantische Vorstellungen über die DDR und ihren real existierenden Sozialismus  zu Tage förderte. Die fundiertesten Kenntnisse über den wahren Charakter dieser staatlichen Missgeburt herrschten (wieder einmal) in Bayern vor.

Einige ausgewählte Ergebnisse der Studie:

* Mehr als die Hälfte der Jugendlichen Ostdeutschlands, aber eben auch ein Drittel der Befragten in Westdeutschland sehen in der DDR keine Diktatur.

* 55 Prozent der Ost-Schüler sagten Ja zu der Aussage: "Die Staatssicherheit war ein normaler Geheimdienst, wie ihn jeder Staat hat". Im Westen waren es zwischen 44 und 38 Prozent.

* Ostdeutsche Schüler loben mit breiter Mehrheit die "soziale Seite" der DDR, nur eine knappe Mehrheit der westdeutschen Schüler sieht sie als Diktatur.

Die Gründe für diese Ahnungslosigkeit sind im Elternhaus und in der Schule zu suchen. Die novellierte Alt-68er-Frage "Papa, was hast Du in der Partei gemacht?" wird in den ostdeutschen Bundesländern entweder nicht gestellt oder nicht beantwortet, im Übrigen scheinen Lehrpläne das Thema möglichst weiträumig zu umschiffen, von der Tabuisierung durch eine Vielzahl ehedem systemtreuer Pauker mal ganz abgesehen.

Soweit die Studie.

Ich finde das doch ziemlich erschreckend, da hier das Wahlvolk der nächsten fünfzig Jahre heranwächst, das die DDR  nicht mehr selbst erlebt hat und damit das, was  die Rattenfänger von der Linken, also der ehemaligen SED, hier an wundervollen Wohltaten für die Bürger Gesamtdeutschlands feilbieten, angesichts der oben beschriebenen Entwicklung auf reichlich wackligem Fundament bewerten wird.

Und ändern wird sich daran auch nichts, wenn groteske Lachnummern wie der Hamburger Geschichtsprofessor Bodo von Borries unabgewatscht verzapfen dürfen, seiner Meinung nach sei der katastrophale Wissensstand der Jugendlichen korrekt wiedergegeben, allerdings zähle die Geschichte der DDR "nicht zu den drei wichtigsten Geschichts-themen", sondern "allenfalls zu den 15 bis 20 wichtigsten".

Und auf Anregung der Berliner CDU, die DDR-Geschichte stärker in die Rahmenrichtlinien des Unterrichts zu integrieren, meinte der studierte Herr,  das sei nichts, denn so würde man die Jugendlichen eventuell in "Konflikte mit ihren Eltern treiben".

SO kann das in der Tat nix werden.

Vorrang hat für solche geistigen Ladenhüter also die seelische Mottenkiste der Altvorderen und nicht die Aufklärung kommender Generationen. Man glaubt es wirklich kaum.

Vielleicht setzt da jetzt ein Umdenken ein. Wolfgang Tiefensee hat in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" Ende Dezember 2008 ein Umdenken in der Lehrplangestaltung und eine stärkere Auseinander-setzung mit der Geschichte der DDR gefordert. Silvesterböller oder ernst gemeinte Initiative? Die Zukunft wird´s weisen.

 Gleichzeitig kann man aber vor denen, die diese Ahnungslosigkeit kaltblütig ausnutzen, Geschichte verdrehen, das Blaue vom Himmel herunter versprechen und entweder aus dogmatischer Betonköpfigkeit oder persönlicher Machtgeilheit diese Republik auf links drehen wollen, nur warnen.

Sie bauen bewusst auf Dummheit, Kurzsichtigkeit und das notorisch schlechte Erinnerungsvermögen des Wahlviehs. Schaut euch aber an, was sie und ihresgleichen in der Vergangenheit getan und gesagt haben und nach wie vor tun und sagen, wofür dieser Rattenfängerverein letztlich steht.

Den Unbedarften entwickeln sie den Traum einer paradiesischen Zukunft à la Rousseau, obwohl sie genau wissen, dass der Mensch nichts anderes  ist als ein halbzivilisierter Affe, dessen Instinkten und Trieben sie sich hemmungslos bedienen.

Mir persönlich sind die Protagonisten Lafontaine und Gysi schon körperlich zuwider, aber geschenkt, ich gestehe natürlich jedem zu, das anders zu sehen.

Aber: "Die Linke" besteht nicht nur aus Lafontaine und Gysi, hinter ihnen warten Kohorten bestehend aus Gestalten, die ich gemessen an dem, was sie vertreten und auch ungeniert sagen, nur als Politorks bezeichnen kann und die wählt man dann immer mit.

Jeder sollte auch daran denken, dass diese Figuren das Schlaraffenland vesprechen und kaum ein Wort über dessen Finanzierbarkeit verlieren. Weitere Schulden für diesen fast insolventen Staat und auf Kosten der nachfolgenden Generationen werden sie machen, so wie das offensichtlich ein eisernes sozialistisches Gesetz ist, und natürlich sollen "die da oben" geschröpft werden, ohne dass näher konkretisiert wird, wer denn "die da oben" eigentlich sind. "Die da GANZ oben" haben bisher und zweifelsohne auch künftig jede Menge legale Mittel, die Steuerbelastung und damit die Abgaben an die Allgemeinheit zu drücken.

Mittel, die dem durchschnittlichen Steuerzahleresel im Zweifel nicht zur Verfügung stehen.

Damit habe ich kein Problem, solange es legal ist, das würde an dieser Stelle niemand anders handhaben.

Vergegenwärtigt man sich aber, dass die oberen 25% aller Einkommensbezieher 80% der Lohn- und Einkommenssteuer abdrücken und vergegenwärtigt man sich, dass diese 25% bei einem monatlichen Einkommen von EUR 3.084,00 anfangen, dann sollte jeder noch mal auf seinem Gehaltszettel nachschauen und darüber nachdenken, ob er wirklich gewillt ist, linke Wolkenkuckucksheime kuschelig einzurichten.

Die SPD hat ausgerechnet, dass die Linke während zweier Jahre im Bundestag Anträge eingebracht, die jährlich 150 Milliarden Euro kosten würden.

Zitieren wir hier doch mal zwei, der es wissen müssen - Ehrhard Neubert, Pfarrer in der DDR, 1989 Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs und von 1997 bis 2005 Mitarbeiter der Gauck-/Birthler-Behörde in einem Interview Mitte November 2008:

"Es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem ich mich nicht über das Ende der DDR freue. Wir haben Glück gehabt, dass es so friedlich gegangen ist. Wir haben Glück gehabt, dass unseren Kindern die Diktatur erspart worden ist. Aber so eine Revolution löst nicht alle Probleme. Immer noch gibt es die Partei, gegen die wir die Revolution gemacht haben und sie wird auch im Westen immer stärker. Sie nutzt demagogisch soziale Probleme. Gegen diese Demagogen schreibe ich mir die Finger wund und hoffe, dass die politische Vernunft die Oberhand bekommt..."

und Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen:

"Noch steuert die Republik nicht auf Weimarer Verhältnisse zu, weil sie aus einer anderen Ausgangslage kommt: Hinter ihr liegt kein Weltkrieg, sondern eine Ära großer Stabilität. Doch die Krisen-zeichen mehren sich, die Zeiten bundes-republikanischer Idylle dürften endgültig zu Ende gehen. Populisten und Demagogen, die zur Lösung der gravierenden Probleme nichts beizutragen haben, können in einer solchen Situation sehr gefährlich werden - erst recht, wenn sie sich mit den Erben einer abgewirtschafteten Diktatur verbünden."

Und noch was - dies ist kein "Ossitribunal", denn niemand, der die DDR nicht erlebt hat, kann beurteilen, ob er der Propaganda aufgesessen und welche mitunter vielleicht auch faulen Kompromisse er eingegangen wäre.

Deshalb würde ich  niemandem  seine Parteizugehörigkeit oder ähnliches vorwerfen (können), ebenso wenig wie ich Günter Grass die Mitgliedschaft in der Waffen-SS vorwerfen kann. Dazu fehlt uns im "Westen" jede Legitimitation.

Und ebenso imponierend ist die Leistung der Ostdeutschen gewesen, das Joch der unsäglichen SED-Diktatur abzustreifen, keine Frage.

Was mich aber anwidert ist der Umstand, dass ausgerechnet die, die auferstanden aus Ruinen und je nach Synapsenzahl unbelehrbar oder mit Tücke jetzt in meinem Land die Moral-, Gerechtigkeits- und Rechtschaffenheitskeule schwingen und gerade in einem zweiten Anlauf versuchen, ihren insolventen  Charlie-Murx-Laden wieder zu eröffnen.

"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten"...