Henry Tandey

Tandey war Soldat im ersten Weltkrieg und diente bei den „Green Howards“, einem Regiment aus Yorkshire.  Das Regiment wurde gegen Kriegsende vor Marcoing bei Cambrai eingesetzt.

Tandey traf im Laufe der Kämpfe überraschend auf einen müden, abgekämpften deutschen Soldaten, der ihm in die Augen sah und das Gewehr nicht hob. Tandey erkannte, dass der Andere verwundet war und verzichtete darauf, ihn zu erschießen. Der deutsche Soldat nickte dankbar und lief weg.

1938 wurde der hochdekorierte Tandey aus heiterem Himmel von Premier Chamberlain kontaktiert, der ihm folgende Geschichte erzählte: Er sei bei Adolf Hitler in München gewesen und habe ihm dabei ein Bild aus dem ersten Weltkrieg übergeben, auf dem zu sehen war, wie sich britische Soldaten um einen verwundeten Kameraden kümmerten. Auf dem Bild befand sich auch Tandey.

Hitler wandte sich daraufhin an Chamberlain und erzählte ihm, dass „dieser Mann“, gemeint war Tandey,  nahe daran gewesen sei, ihn zu töten, er habe gedacht, er werde Deutschland niemals wiedersehen. Chamberlain solle Tandey seine besten Wünsche übermitteln.

Hitler überzog ab 1939 die halbe Welt wie wir wissen mit Krieg und Tandey kämpfte wieder in Ägypten, Gibraltar und der Türkei.

Er litt Zeit seines Lebens darunter, 1918 nicht den Lauf der Geschichte geändert und millionenfachen Tod verhindert zu haben, obgleich man ihm selbstverständlich aus seiner menschlichen Regung trotz vier Jahren Krieg, Tod, Leid und Verrohung keinerlei Vorwurf machen kann, im Gegenteil

Tandey starb 1997, seine Asche wurde auf einem britischen Soldatenfriedhof bei Marcoing beigesetzt.