Warum ich Christian Klar keinen Praktikumsplatz anbieten würde.

Herr Klar bereut nicht. In Ordnung, geschenkt, Reue ist eine höchstpersönliche Sache und wie man liest, soll eine vorzeitige Entlassung nicht von  Reue, Distanzierung oder gar Mitwirkung an der Aufklärung begangener Verbrechen abhängig sein, sondern lediglich von der Frage, ob vom Täter noch Gefahr ausgeht, und wenn das dann für den Gesetzgeber oder die höchsten juristischen Instanzen dieser Republik in Ordnung ist, soll es das für mich auch sein.

Ich gehe auch davon aus, dass  sich der oder die Sachverständige intensiv mit der Frage auseinander gesetzt hat, ob man wirklich ohne begründete Zweifel annehmen kann, von Herrn Klar gehe keine Gefahr mehr aus, obwohl er weder bereut noch sich von den Taten und dem dahinter stehenden „Gedankengut“ distanziert haben soll und so gesehen spielt etwa die Frage der Reue zumindest in meiner kleinen Vorstellungswelt dann doch noch eine Rolle.

Aus Sicht des Herrn Klar ist diese Haltung nach- vollziehbar, denn Reue sei „in dem politischen Raum kein Begriff", wie er Herrn Gaus 2001 wissen ließ. Nun ja.

Das Laufwerk ist demnach ab Freilassung auf Null gestellt.

Ich würde ihm dennoch keinen Praktikantenplatz anbieten.

Herr Klar hat Menschen aus Gründen einer nur ihm und seinen Spießgesellen verständlichen Ideologie ermordet oder ermorden lassen.

Er hat nicht nur die Herren Buback, Ponto oder Schleyer, sondern auch deren Begleitpersonen auf eine angebliche und in verquaster Rethorik "definierte" Funktion reduziert, sie dadurch entmenschlicht und ihnen somit das Recht auf Leben abgesprochen.

Morde aus Gründen einer abstrusen und menschenverachtenden Ideologie.

An dieser Stelle beginne ich mich zu fragen, was einen Herrn Klar eigentlich von einem – sagen wir mal – Erich Priebke unterscheidet und dem würde Mister Peymann sicher nicht mal die Hand geben.

4.1.2009

Anmerkung: Übelkeit bereitet mir, wenn ich jemanden wie den Intendanten Peymann von Klar als „tragischer Figur“ faseln höre und das unter Hinweis auf den Vietnamkrieg, der Leute bewogen haben soll, entweder Steine oder eben „die Knarre in die Hand zu nehmen", um ihren Protest zu artikulieren.

Abgesehen davon, dass der Vietnamkrieg Anfang Mai 1975 endete und die Herren Buback, Ponto und Schleyer allesamt 1977 ermordet wurden, war meines Wissens kein Anschlag etwa gegen den sowjetischen Botschafter geplant, nachdem die Sowjets Ende Dezember 1979 in Afghanistan einmarschiert waren und mit dem Massakrieren afghanischer Staatsbürger begannen. Nota bene – Klar wurde 1982 verhaftet.

im Juni 2008




Kein Zweifel, die Chinesen benehmen sich nach zigtausendfachen Morden und Folterungen schlimmer als die viel zitierte Sau auf dem Sofa in Tibet , weshalb man für dieses Regime nur als deutscher Wirtschaftskapitän irgendwelche warmen Gedanken hegen kann und ebenso eindeutig ist Seine Heiligkeit, der Dalai Lama, eine imponierende Gestalt.

Ihm ist es aber auch gelungen, uns das Tibet seiner Regentschaft als ein einziges Utopia à la Jesajas "Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten" zu verkaufen.

Blättert man dann allerdings im Archiv (unter dem Stichwort "Tibet") bei panorama.de,  dann stellt man fest, dass gerade während der Regentschaft des heiligen Herrn die Theokratie, eine Art Leibeigenschaft und brutalste Körperstrafen fröhliche Urständ feierten.

Überwacht wurde diese Brutstätte der Unfreiheit von der gefürchteten Mönchspolizei, wobei dem durchschnittlich ahnungslosen Westeuropäer schon die Kombination aus „Mönch“ und „Polizei“ spanisch oder besser tibetisch vorkommt.

Und „Mönchspolizei“ kommt einem auch aktuell irgendwie bekannt vor?! Ach ja, "Pasdaran" nennt man die woanders und bedeutet dort im Iran „Revolutionswächter“. Diese Herren sorgen dafür, dass unter anderem Jugendliche und Frauen für lächerliche „Delikte“ gnadenlos gehenkt werden und das Mullah-Regime im Namen des Allmächtigen weiter an seinem steinzeitlichen Gesellschaftsentwurf feilen und nebenbei Raketen an Hisbollah und Hamas liefern darf. 

Herr, Allah, Buddha, Odin, wie auch immer - segne den säkularen Staat.

Im Mai 2008




Neulich erschien in der „Welt“ ein weiterer Artikel über Herrn Guevara, ehedem kubanischer Industrie-minister, Berufsrevolutionär, Haßprediger, Henker und ewiger Popstar (auch ich hatte ein Bild dieser Kanaille im Zimmer hängen, aber Gott sei Dank lernt man gelegentlich dazu).

Abgesehen davon, dass nicht ganz klar wurde, was diese klebrige Hommage in der "Welt" eigentlich sollte, fanden sich dort folgende Sätze:

Bis zu 700 Hinrichtungen – andere Quellen nennen niedrigere dreistellige Zahlen – führt er penibel durch, nicht mordlüstern, sondern pflichtbewusst und hart gegen sich selbst. Solch schreckliche Dinge tun zu müssen, und trotzdem charakterlich keinen Schaden zu nehmen, ist wahrlich nicht leicht.

Mir zieht es dabei die Schuhe aus.

Abgesehen davon, dass ein Mensch, der wie Herr Guevara keinerlei Probleme mit dem Töten von Artgenossen hat(te), in meinen Augen bereits vorab unter einem „charakterlichen Schaden“ leidet, kommt einem die Diktion irgendwie bekannt vor.

Hat man schon mal gehört, aber wo? Hmm. Ah ja.
Es war
der Hühnerzüchter, der sich gegen Ende 1943 in Posen unter anderem auch zur Frage der "Anständigkeit" geäußert hatte und zwar wie folgt:

…Dies durchgehalten zu haben, und dabei - abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte,…

Guevara war nicht Himmler und die Diktatur des Regimes Castro ist natürlich nicht ansatzweise mit der nationalsozialistischen Teufelsbrut zu vergleichen, eines ist aber auch klar:

Die Nazis haben Autobahnen gebaut und die DDR hatte wunderschöne Kindertagesstätten. Alles völlig wertlos, wenn gleichzeitig Menschenrechte mit Füßen getreten und systematische Morde im Sinne einer pervertierten Staatsraison  begangen werden, und so gesehen hat der Herr Guevara dann doch noch was mit Himmler, Honecker und Konsorten zu tun gehabt.

Im Juni 2008



Volkstum und Kultur sind die Grundlagen für die Würde des Menschen. Deswegen trägt der Staat, dessen Aufgabe der Schutz der Menschenwürde ist, Verantwortung für das Volk. Die Völker sind die Träger der Kulturen. Völker unterscheiden sich durch Sprache, Herkunft, geschichtliche Erfahrung, Religion, Wertvorstellungen und ihr Bewusstsein...

Schreibt die NPD 2008 als Grundgedanken in ihr Parteiprogramm. Hat man jemals einen grösseren bullshit gelesen?

Ich beziehe meine Menschenwürde jedenfalls nicht aus einem reichlich diffusen „Volkstum“ oder einer noch unschärferen und von Dritten definierten „Kultur“. Ich bin ich, zuvörderst ein Mensch und Individuum und das hat nicht nur jeder Dritte, sondern auch Vaddi Staat zu beachten, weshalb klar wird, dass sich das Postulat der braunen Mischpoke seit 45 niemals geändert hat, was man sich immer wieder vergegenwärtigen muss. Und definiert man Menschenwürde in Mauretanien anders als in Deutschland, denn es handelt sich beim mauretanischen Volk sicher um ein anderes „Volk“ als das deutsche Volk inklusive diffusem „Volkstum“?

Natürlich nicht, siehe nur die Deklaration der Menschenrechte der Vereinten Nationen: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“.

Alle Menschen, meine Herren, alle, also auch die „arroganten Wohlstandsneger“, auch wenn es weh tut, gell Herr Apfel?!

 

 Anmerkung für Ewiggestrige:

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland…

Paul Celan - Todesfuge.

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne und er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz
 
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
 
Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf
 
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
 
Er ruft spielt süsser den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng
 
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland
 
dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith