Mikal Hem - Wie werde ich ein guter Diktator?

Ironisch, sarkastisch, zynisch, herrlich. 

Mikal Hem, norwegischer (was haben die nur im Wasser, dass sie Leute wie Hem und Harald Eia hervorbringen?) Journalist baut um Anekdoten zu bekannten und weniger bekannten Diktatoren wie Amin, Mobutu, Trujillo, Taylor, Mao und und und seine bösen und gleichzeitig (vordergründig) amüsanten Thesen auf, was es braucht, um als Diktator zu reüssieren. Das Buch ist leicht geschrieben und verrät sehr viel über die eher pessimistische Weltsicht des Autors, auch wenn das auf den ersten Blick nicht offenbar wird. 

Da aber die Strukturen, deren es bedarf, um Diktaturen zu errichten, im Wesentlichen gleich sind und viel mit der Ausbeutung und der Not der Menschen zu tun haben, liegt nahe, dass Hem, der auch viel in Afrika unterwegs war, von einem entsprechenden Charakterbild des Menschen ausgeht und insofern relativ wenig Hoffnung besteht, dass sich in Hinsicht Diktaturen etwas ändert. 

Dem saturierten und gut versorgten Menschen im Westen mag je nach Persönlichkeitsstruktur das Lachen im Halse stecken bleiben, in seiner primär zynischen Sicht auf die Dinge ist das Buch außergewöhnlich. Ich bin froh, dass ich die Investition getätigt habe.