Anselm Neft - Helden in Schnabelschuhen

Urkomisch! Aber ich warne. Man muss Sätze wie "Mike schaltete den Flachbildfernseher am Kopf der Sitzgruppe an. Das schließlich gewählte Programm zeigte Trickfiguren, die ernstzunehmende Probleme miteinander hatten und diese ausschließlich mit Gewalt zu lösen suchten" witzig finden, um etwas vom Buch zu haben.

Erzählt wird die Story des fetten Max, der an der Uni Philosophie hört und sich unsterblich in seine Schwester im Geiste, die schöne und schlagfertige Katja verliebt hat. Beiden wird vom Cousin Katjas, einem Banker, vorgeschlagen, einer Band namens "Die Kobolde" beizutreten, die am Wochenende über Land zieht und auf Veranstaltungen mittelalterliche Lieder schrammelt. Max stimmt trotz Bedenken zu und flötet künftig als der Mönch "Theoprastus Bombastus von Witterschlick" gemeinsam mit den übrigen durchgeknallten Bandmitgliedern auf Mittelalterspektakeln und Hochzeiten, ihm zur Seite Katja alias "Sancta Benedicta, Wanderpäpstin und Gegenhure". 

Das Ganze ist eine irrwitzige Mischung aus Thackeray, Rocko Schamoni und Woody Allen, kräftig garniert mit mehreren Prisen Heinz Strunk. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Auf das Buch bin ich aufmerksam geworden durch einen Facebook-Tipp von Piero Masztalerz, Grandseigneur extrem geschmackloser Cartoons.