Einer der großen Philosophen des 20. Jahrhunderts, Forrest Gump, hat einmal gesagt, dumm sei, wer Dummes tue. 

 

Nehmen wir nur unseren Bundesjustizminister.

An der Saar hat er mit Oskar Lafontaine und Peter Müller jahrelang Hase und Igel gespielt. Maas war der Hase.

Dann der Ruf nach Berlin, endlich schallt ihm mal nicht das „Ich bin allhier“ in den Löffeln, man ist endlich wer und bei nächster Gelegenheit bestätigt er das Peter-Prinzip. Er würde wahrscheinlich meinen, das sei Pech.

 

Nach den grauenhaften Attentaten von Paris verstärkte Maas seine ohnehin laufende Schmutzkampagne gegen Pegida, letztlich handle es sich dabei um rechtsextremen, rassistischen Abschaum.

Maas ist selbstredend kein Diktator oder Tyrann, er bedient sich aber wie viele gleich oder ähnlich Denkende dummerweise bewusst oder unbewusst aus dem Arsenal der Diktatoren.

Diktatorische Regime benutzen einen Einhämmerungseffekt, indem sie in der Bedeutung durchaus leicht abgewandelte pauschalisierende Begriffe fern jeder Argumentation immer und immer wieder auf bestimmte Personen und Sachverhalte anwenden und den Leuten damit in den Schädel hämmern. Dadurch soll ein Igitt-Effekt erzeugt werden. Sachverhalte werden bewusst verkürzt und mit für diese Technik entwickelten „Totschlagargumenten“ versehen.

„Totschlagargumente“ – was für ein grauenhaftes Wort - sind nach allgemeiner Auffassung „inhaltlich nahezu leere Argumente, also Scheinargumente, bloße Behauptungen oder Vorurteile, von denen der Disputant annimmt, dass die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmt oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der öffentlichen Meinung auf Ablehnung stößt“.

Diese Totschlagargumente dienen dazu, die sog. Schweigespirale in Gang zu setzen, denn wer möchte schon außerhalb des Nestes frieren? 

Wer es nicht glaubt, bei Wikipedia gibt es beispielsweise u.a. auch eine Seite, die sich nur mit der „Sprache der Nationalsozialisten“ befasst.

 

Wer nun die Maas´schen Erklärungen studiert, wird feststellen, dass sich darin nicht ein Gran echte Argumentation findet, das Ganze ist ein Sammelsurium von pauschalisierenden Unterstellungen und Verunglimpfungen. 

In seiner Häufigkeit hat das erkennbar Methode und das schon deshalb, weil er Hinweise von Politikerkollegen, man solle doch mal das Positionspapier lesen, ungerührt ignoriert. Er tat das, weil die Kanzlerin freie Fahrt signalisiert hatte, wieder einmal.

 

Dabei hätte der Bundesjustizminister in diesen Tagen Besseres zu tun, als Bürger zu beleidigen.

 

Mehr oder minder unbemerkt hat sich nämlich auf bundesdeutschem Boden das wiederholt, was 2011 „Charlie Hebdo“ widerfahren ist. Es hatte auch dort mit einem Brandanschlag begonnen.

Die Rede ist von der Hamburger „Morgenpost“, die in ihrem nur zu verständlichen Zorn die Mohammed-Karikaturen unkommentiert abgedruckt hatte und umgehend mit Brandsätzen attackiert wurde.

 

Das ist nicht mehr Paris, das ist Hamburg.

 

Wer will guten Gewissens ausschließen, dass es sich nicht auch hier um die erste Eskalationsstufe handelte, auch wenn sicher zu konzedieren ist, dass man noch nicht genau weiß, dass die Täter Islamisten waren.

Ich habe es schon mal gesagt – wenn Pegida nicht verfassungswidrig ist, wäre es trotz aller Antipathie die verdammte Pflicht aller Demokraten und Fans des säkularen Staates, die Pegida-Teilnehmer gegen Angriffe zu verteidigen, die darauf abzielen, das Meinungs- und Versammlungsrecht einzuschränken oder gar ganz abzuschaffen. 

Das schwebte nämlich den Mördern von Paris u.a. vor.

Zu sagen und zu denken was der Koran vorgibt, alles andere kostet den Kopf, das ist die Philosophie, die man uns aufzwingen will.

 

Und an dieser Stelle versagen, die, die wir für die Verteidigung unserer offenen Gesellschaft gewählt haben und bezahlen.

Maas ist nur einer von vielen, die nicht begriffen haben, dass die Bruchlinie in diesem Land nicht etwa zwischen Islam und Christentum oder irgendeiner anderen Religion, sondern allein zwischen Islam und säkularem Staat verläuft.

Das wird so doch schon innerhalb der muslimischen Gemeinde offen diskutiert.

 

Deshalb ist die muslimische Gemeinde in Deutschland auch keineswegs eine homogene Veranstaltung, wie die schlichten Gemüter meinen, die sich gegen jeden „Generalverdacht“ wenden, umgekehrt ihre „Gegner“ allerdings ihrerseits unter „Generalverdacht“ stellen.

Die Zahl säkular orientierter Muslime, die sich in diesem Land eingerichtet haben und an dessen Prosperität mitwirken, ist unübersehbar.

 

Daneben gibt es aber eine offensichtlich ständig wachsende Zahl traditioneller Muslime mit Wertvorstellungen, die eben nicht kompatibel sind.

Aus diesem Grund ist es auch möglich, die Anschläge von Paris zu verurteilen und gleichzeitig die Meinung zu vertreten, in letzter Instanz gingen Koran und Sunna den westlichen Normen vor. Ich erwähne nur, dass sich - angeblich - auch die Hamas distanziert hat.

 

Wer es nicht glaubt, befasse sich mit der aktuellen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Das WZB hat europaweit 9.000 Muslime u.a. zum Verhältnis zur säkularen Demokratie befragt. Es erwies sich, dass deutlich mehr als die Hälfte der befragten Muslime den religiösen Vorgaben einen höheren Stellenwert einräumen als den Gesetzen des Landes, in dem sie leben. Mal abgesehen von dem unguten Gefühl, das dadurch ausgelöst wird, besteht hier ein Teufelskreis.

 

Niemand, der ganz bei Groschen ist, wird bestreiten, dass ein Konnex besteht zwischen der Akzeptanz des säkularen Staates und seinem Wertekanon einerseits und der persönlichen Bildung andererseits.

Je höher die Bildung, umso weniger Möglichkeit haben die Rattenfänger (echte Rattenfänger, Frau Kraft) mit ihren einfachen Lösungen, die Köpfe zu vergiften und den Dschihadismus in die Herzen zu säen.

Leider schotten sich aber in viel zu vielen Fällen die, die es angeht, gegen die Bildungsangebote, die der säkulare Staat auch ihnen unterbreitet, ab.

 

Deshalb ist es beispielsweise auch möglich, dass sich wie geschehen am 8.1.2015 die Klasse einer Schule in St. Denis geschlossen weigerte, an der Schweigeminute zum Gedenken an die Anschlagsopfer teilzunehmen.

Woher haben die Kinder das?

 

Dazu gibt es zentnerweise Papier, man muss sich nur der Mühe unterziehen, das zunächst einmal überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und hie und da mal ein Buch zu lesen von Menschen, die tagtäglich damit zu tun haben.

 

Langer Rede, kurzer Sinn – würden wir nicht von absolutem Mittelmaß regiert, das vergessen oder nie begriffen hat, worauf es in Situationen wie der aktuellen ankommt, weil ihnen immer alles in den Schoß (und nicht den Kopf) gefallen ist, würde man angesichts der Anschläge von Paris nicht alibihaft auf angebliche gesellschaftliche Krankheitserreger  eindreschen, die sich sowieso nicht wehren können, sondern feststellen, wo die Konfliktlinien verlaufen, alle die, die bereit sind, sich vorbehaltlos zum säkularen Staat bekennen, ungeachtet der Religionszugehörigkeit hinter sich scharen und von den Relativierern, den Wabernden, den Ausweichenden ein eindeutiges und vorbehaltloses Bekenntnis zu fordern etwa zum Grundgesetz ohne jeden religiösen Rabatt, und zur individuellen Freiheit, wozu auch die Freiheit gehört, die Religion zu wechseln oder sie ganz abzulegen.

 

Und wen von den beiden oben genannten Gruppen vertreten eigentlich die Verbände, die wie man weiß ohnehin nur einen relativ geringen Teil der bundesdeutschen Muslime repräsentieren? DITIB ist nichts anderes als der verlängerte Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet und wie man Islam in der Türkei mittlerweile buchstabiert, wissen wir, seit man die Pressefreiheit abschafft, ungehindert IS-Kämpfer ins benachbarte Syrien einsickern ließ und der Hamas jüngst gestattete, ihr Hauptquartier nach Ankara zu verlegen. 

 

Man müsste zur Kenntnis nehmen, dass diese Forderungen gerade auch nachdrücklich aus den Reihen der säkular eingestellten Muslime kommen.

 

Man müsste sich verabschieden von der Kindergartenvorstellung, es benötige nur der Feststellung, dass nicht alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen seien, dann werde schon alles gut, dann sei man schon auf der Seite der Guten, der Aufrechten und Wackeren.

 

Man müsste zur Kenntnis nehmen, dass die muslimische Gemeinde in Deutschland wesentlich heterogener ist als man glaubt und man mit dieser Pauschalisiererei gerade den Muslimen in den Rücken fällt, die die treu zu diesem Staat, dieser Gesellschaft und ihren Werten stehen.

 

Das alles müsste man zur Kenntnis nehmen, wieder mal, denn die Verhältnisse existieren ja nun schon seit Jahren und haben sich seither nicht verbessert, ohne dass man außer Beschwichtigungen etwas Greifbares lesen konnte.

 

Man würde schließlich auch feststellen, dass die Anschläge näher kommen, siehe Hamburg.

 

Liest man was dazu? Praktisch nichts, Pegida füllt die Gazetten und allmählich artet das in ein makabres und speziell den Pariser Anschlägen alles andere als gerecht werdendes „Wer hat mehr Demonstranten aufzubieten“-Spiel aus.

 

Die gesellschaftliche Prominenz ist infantil und der Sache nicht gewachsen, zu ignoranten und kurzsichtigen Oberbürgermeistern und Ministerpräsidenten habe ich ja schon was gesagt.

 

Was machen die eigentlich, wenn es wirklich zum Schwur kommt, wenn die Forderungen kommen, dieses oder jenes zu tun oder zu unterlassen, andernfalls sprenge man dieses oder jenes in die Luft? Man mag es sich nicht vorstellen.

 

Und von ähnlicher Güte sind übrigens die Vertreter der Kirchen in diesem Land.

Im Falle Pegida schaltet man die Lichter des Kölner Doms ab, weil man gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und Dingens ist.

Ich habe nicht mitbekommen, dass man das die Lichter mal abgeschaltet hätte aus Protest gegen die millionenfache Ermordung, Versklavung und Vergewaltigung der christlichen Mitbrüder und –schwestern weltweit durch rassistische, fundamentalistische und fremdenfeindliche islamistische Horden.

Christen sind weltweit die ärmsten Schweine in Sachen Verfolgung und Ausgrenzung. Daher ist die Reaktion in Köln arm. Arm, aber typisch auch für diesen rückgratlosen Sonntagsredenverein.