Ich halte es nun auch für möglich, dass Pegida sich verlaufen wird.

Aber: Wie immer es weitergeht und was immer noch gesagt wird, Pegida hat gewonnen. Es hat den Leuten gezeigt, dass sie mit ihrem mehr oder minder gut begründeten und artikulierten Frust nicht alleine sind, es gibt jenseits der Wütereien in den sozialen Medien ein Potential im Land, das nicht mehr bereit ist, das Drehmoment des Schlüssels anzuerkennen, mit dem die OHL die Schrauben dieses Gemeinwesens anzieht.  Rot ist nicht mehr rot, wenn das Kanzleramt dekretiert.

Und es gibt Bewegung in der Diskussion. Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ ist enttarnt als das was er ist, inhaltsleeres und zugleich gefährliches Gefasel, weil zunächst einmal natürlich völlig klar ist, dass es „den“ Islam gar nicht gibt. Es gibt Muslime, die ihren Islam unterschiedlich interpretieren und leben, wozu in allererster Linie die gehören, die wie der 08/15-Christ eher distanziert mit ihrem Glauben umgehen und ihn dem säkularen Staat bzw. den mit ihm einhergehenden Vorteilen und Pflichten unterordnen.  Diese Muslime haben aber nichts mit denen zu schaffen, die einen traditionellen Islam leben und im Zweifel der Meinung sind, die Vorgaben ihrer Religion gingen den Wertvor-stellungen des Grundgesetzes vor.

Aus ihren Reihen speist sich aber das permanent größer werdende Heer Unzufriedener, die den Einflüsterungen Radikaler Gehör schenken und der westlichen Gesellschaft den Rücken kehren, um sie zu bekämpfen. Die Reaktionen in weiten Teilen der französischen Muslime sprechen Bände, wenn die Anschläge hasserfüllt damit gerechtfertigt werden, man habe mit den Karikaturen die Religion beleidigt. Das Problem der Parallelgesellschaften ist offensichtlich und wird und wurde zu lange ignoriert. Bloß kein Stress, das war die Maxime, die aber nicht mehr zieht.

Seltsam, dass diese an sich einfachen Wahrheiten, die in der muslimischen Gemeinde zumindest bei den aufgeklärteren Söhnen und Töchtern dieser Religion offen angesprochen werden, an denen vorbeigehen, die sich als Wahrer des Guten und Braven wähnen und (angeblich) gegen Rassismus wettern.

Selbst ein Hardliner wie der ägyptische General al-Sisi sieht Reformbedarf bei seiner Religion und zwar ausdrücklich gerichtet an die Adresse der al-Azhar, eine der führenden Institutionen dieser Religion. In Berlin trifft das auf taube Ohren, man hat ja Herrn Mazyek als Ansprechpartner, der wie die nackte Mathematik beweist, weniger Muslime vertritt als Gengenbach Einwohner hat und den man als einen der traditionell eingestellten Muslim anzusehen hat, der keine Gespräche über Islamismus, Extremismus und innere Sicherheit auf der Islamkonferenz will und sich auch vor einem vorbehaltlosen Bekenntnis zum Vorrang des Grundgesetzes drückt. Egal.

Auch die vorstehend erwähnte Gruppe traditionell gesinnter Muslime lebt in diesem Land, auch dieses Land verliert immer mehr Jugendliche an den Dschihad, was ja nun hinreichend deutlich macht, dass der hirnlose Spruch vom Islam, der zu Deutschland gehöre, die Intelligenz beleidigt und letztlich nichts anderes als ein Merkmal der sattsam bekannten „Basta“-Politik Merkel´schen Zuschnittes ist.

Alice Schwarzer hat das und die obskure Rolle der Verbände in ihrer brillanten Zusammenfassung „Hier irrt die Kanzlerin“ in der FAS vom 25.01.2015 dargestellt, damit ist alles gesagt, was zu sagen ist, Merkels Spruch ist für den Mülleimer. Und oh Wunder, es regt sich auch bei der Union Widerstand. Erst begehrte der ansonsten treue Paladin Kauder auf (ob nun "in echt" oder "in der Variante "good cop, bad cop"), jetzt widerspricht sogar Ministerpräsident Tillich und bestätigt das, was in seiner Hauptstadt montags in den Himmel gerufen wurde: Wir misstrauen dem Islam (in Klammern dahinter: weil wir nicht genau wissen, was DER Islam eigentlich ist). Postwendend bekam er Dresche, speziell vom Koalitionspartner SPD. Man dürfe mit denen nicht reden, was verwundert, da selbst die USA weiland mit Herrn Ahmadindschad sprachen und man doch immer wieder gerade aus rot-grünen Kreisen mit wohlfeilen Hinweisen auf "politische Mittel" und die "Notwendighkeit des Dialogs" behelligt wird. Gilt alles nicht mehr, man fragt sich wirklich, ob man selbst verrückt geworden ist.

Auch die Diskussion über das Einwanderungsrecht, bestehende Regelungen, deren Umsetzung das Erfordernis weiterer Regelungen auch auf europäischer Ebene hat nach Pegida an Fahrt aufgenommen, die Zusammenfassung gescheiterter europäischer Einwanderungspolitik etwa im sorgfältig recherchierten FAS-Bericht von Nils Minkmar hat das eindeutig bewiesen. Man kann nur hoffen, dass die Diskussion fortgesetzt wird, wenn Pegida nachlässt.

Natürlich wird weiter auf Pegida eingedroschen. Es ist auch immer dasselbe Strickmuster.

Zuerst kommt der Versuch, das Ganze pauschal zu diffamieren, hier mit den Worten „Nazis in Nadelstreifen“, „Nationalisten“, „Schande für Deutschland“, „Rassisten und Fremdenfeinde“, „Rattenfänger“, „Mischpoke“ und und und. Für diese Leute spielten das Positionspapier Pegidas und der Umstand, dass es völlig friedlich zuging, überhaupt keine Rolle,  Zwischentöne wie die von Heiner Geißler waren eher unerwünscht. Die Sarrazenisierung des Tatbestandes nahm Gestalt an.

Auch das mit einer unangenehmen Realität konfrontierte und hierdurch aufgeschreckte Feuilleton feuerte nach der ersten Schockstarre aus allen Rohren. Man versuchte, den paranoiden Bogen von einem der mehrfach vorbestraften Vormänner – Lutz Bachmann – auf die gesamte Bewegung zu erstrecken, musste jedoch feststellen, dass das die Bewegung eher noch befeuerte.  Dann kamen die Anschläge auf „Charlie Hebdo“ und das jüdische Kaufhaus, die ganz Europa in einen Schockzustand versetzt und eine Solidarisierungswelle ohne Gleichen auslöste. Alle waren jetzt Charlie.

Nur die nicht, die in Dresden demonstrierten. Die durften das nicht, es wurde ihnen verweigert. Das waren angeblich die Steigbügelhalter des Terrors, die Brüder Kouachi hatten nach dortiger Meinung mit anderen Mitteln das umgesetzt, was Pegida in Wirklichkeit im Kopf herumgeht. 

Meine Hoffnung war zunächst eine Solidarisierung der deutschen Gesellschaft in der Erkenntnis, dass der Islamismus alles Andersdenkende liquidiert und es uns allen wichtig sein muss, dass man abweichende Meinungen äußert, auch die wenn einem nicht passen. Meine Erwartung war natürlich gedämpfter, man kennt seine Pappenheimer, aber das was kam, war schlimmer als alles was ich befürchtete. Pegida wurde erst recht stigmatisiert, nichts wurde zurückgenommen von den „Nazi“-Vorwürfen, im Gegenteil.

In diesem Moment verriet man aber alles, was an einmal „Charlie“ wertvoll war, denn der Grundsatz, man verteidige die Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch gegen islamistischen Terror, sollte für Dresden nicht gelten, wie gesagt ein Verrat erster Klasse an den Grundsätzen der Aufklärung, um die es doch angeblich gehen sollte.

Die Verleger und Herausgeber Heinen und Kohler setzten sich bei diesem Hass-Affront ohne Gleichen an die Spitze, weil sie wiederum den Begriff „Lügenpresse“ nicht auf sich sitzen lassen wollten, wobei sie übersahen, dass das nicht etwa nur ein Kampfbegriff aus dunklen rechten Zeiten sein soll, sondern eindeutig auch zum Vokabular der 68er gehörte, den Leuten also, denen man in Sonntagsreden immer bescheinigt, wie sehr sie die Gesellschaft voran gebracht haben sollen. 

Mitte Januar wurde kurzerhand eine Pegida-Demo abgesagt, die vermutlich die vorherigen Veranstaltungen getoppt hätte, weil es angeblich Anschlagsplanungen auf Lutz Bachmann gab, die weder vorher noch nachher jemals konkretisiert wurden. Es gibt nicht wenige auch Pegida-Gegner, die der Meinung sind, dass hier das Versammlungsrecht gebeugt wurde.Besagter Bachmann trat dann zurück, nachdem er ein Foto von sich veröffentlichte, auf dem er aussieht wie Christoph Maria Herbst, der sich als Hitler verkleidet hat. Veröffentlicht wurden auch inakzeptable Verunglimpfungen von Flüchtlingen, was klar machte, dass er der Bewegung zumindest nicht mehr in letender Position angehören konnte. Also zog er die Konsequenzen.

Als das alles aber nicht die gewünschte Wirkung erzielte, man sogar nach Studien zur Kenntnis nehmen musste, dass hier durchaus die gebildete Mitte der Gesellschaft mit marschierte und beispielsweise Wirtschaftsminister Gabriel sogar einer Podiumsdiskussion von Pegida in den Räumen der sächsischen Zentrale für politische Bildung beiwohnte, als „Privatmann“ wie er anmerkte, war klar, dass man mit den bisher angewandten, früher eigentlich als probat eingesetzten Mitteln nicht weiterkam. Das hat er aber nicht umsonst getan, Kritik prasselt auf ihn nieder, dass man sich fragt, ob er Masssenmörder gedeckt hat.

Zeitgleich hofiert Claudia Roth in zeitlichem Zusammenhang mit 70 Jahren Befreiung Auschwitz züchtig verhüllt die Antisemiten in Teheran, die sich ihr gegenüber ungestraft geschockt zeigen dürfen über die letzte Ausgabe von Charlie Hebdo, auch das sei eine schwere Beleidigung des Glaubens gewesen. Ein Wort zu den Attentaten verlieren sie nicht. Reaktion Roth? Fehlanzeige. Bericht über diesen Eklat? (Fast) Fehlanzeige. Stattdessen Grillen von Gabriel, als gebe es nichts Wichtigeres.

Man hat übrigens noch einen Gang zugelegt und reichert das Arsenal zwischenzeitlich an mit wörtlichen Äußerungen unbedarfter und schlichter Demo-Gemüter, die man so positioniert, dass der Eindruck entsteht, diese Leute seien Pegida. Kinder werden wie man liest zu Anti-Pegida-Demos genötigt. Man bedient sich sogar des seltsamen türkischen Außenministers Davutoglu, der ungestraft Pegida mit dem IS vergleichen darf, eine besondere Leistung, wenn man sich die apokalyptischen Verbrechen des IS und dessen Unterstützung durch die türkische Regierung vergegenwärtigt.

Und man bombardiert die Leute mit Berichten über die Fremdenfeinde, die Rassisten, die Gegner einer "bunten" Republik, dass man den Eindruck bekommt, es gebe fast nichts Anderes. Heute morgen schaltete ich DLF an, eine einzige Suada gegen Pegida. Da es mir allmählich lächerlich vorkommt, umschalten zu SWR 2 - Pegida. Ich habe dann lieber dem Gedudel von Radio Ohr zugehört, man stelle sich vor.

Der sächsische Fraktionsvorsitzende der Grünen Zschoke fällt nun über Frank Richter her, der als Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wie erwähnt Räume für die Pressekonferenz von Pegida zur Verfügung stellte. Zschoke will also im Grunde, dass man mit "denen da" nicht redet und das just zu dem Zeitpunkt, als seine Parteifreundin Roth wie ebenfalls erwähnt mit Kopftuch u.a. Ali Laridschani hofiert, einen ausgewiesenen Antisemiten und das ungerührt von den Protesten der mutigen Frauen, die via ihrer Facebookseite "my stealthy freedom" versuchen, etwas Freiheit für sich zu erkämpfen. Roth spuckt auch ihnen ins Gesicht, insbesondere wenn man sich vergegenwärtigt, dass Michelle Obama keine Sekunde daran dachte, beim Staatsbesuch in Saudi-Arabien ein Kopftuch überzuziehen.  Aber vom Roth´schen Kaliber sind die bunten Progressiven dieses Landes, diese gratismutige Avantgarde, die mit Verve in die Sessel furzt und glaubt, das sei die Fanfare der Freiheit und Pluralität.

Das ist der bislang letzte Akt einer widerwärtigen Aufführung, die die politische und mediale Elite dieses Landes in einer nie gekannten Art bloß gestellt hat und einen mehr als abschreckenden Blick darauf zulässt, mit welch zweierlei Maß gemessen wird und mit welcher Verachtung und welchem Desinteresse man der Bevölkerung entgegen tritt, wenn die nicht so spurt wie man das gewohnt ist.

Beispiele gefällig? Unlängst befand sich die Stadt Hameln im Ausnahmezustand. Ein Mitglied der kriminellen, nicht zu sozialisierenden, vor allem aber nicht zu integrierenden norddeutschen Sippe aus Mhallamiye-Kurden stürzte bei einem Fluchtversuch aus dem Fenster des dortigen Gerichtsgebäudes, worauf die herbeigerufenen "Familienmitglieder" randalierten und beim Sturm auf das Krankenhaus, in das der Abgestürzte gebracht worden war, 14 Polizeibeamte verletzten. Am vergangenen Wochenende hat ein türkischstämmiger 19jähriger seiner von ihm schwangeren gleichaltrigen Freundin, die von seiner Familie abgelehnt wurde, mehrfach ein Messer in den Bauch gerammt, um das Kind zu töten. Dann übergoß man die junge Frau mit Benzin und zündete sie an. Die Frau verbrannte bei lebendigem Leib, wie die Rußpartikel in ihrer Lunge beweisen. Ein eindeutig rassistischer Mord.

Aufschrei angesichts des bestialischsten Verbrechens seit vielen Jahren? Nachfragen, wie es kommt, dass ein junger Mann so etwas tut, in welcher Welt mit welchen Moralvorstellungen er aufwächst, mitten unter uns? Fehlanzeige, es reichte noch nicht einmal zu einer Meldung etwa bei RTL aktuell, stattdessen Pegida, Pegida, Pegida und Herbert Grönemeyer in Dresden, der gerne mal Pressevertreter verprügelt, aber gerade rechtzeitig für einen fetten Einspieler auf RTL kam.

Wundert man sich da noch, dass man sich angewidert abwendet?

Ein Wort aber noch zu Gabriel – ihm gebührt Respekt für diesen Schritt, egal wie man dazu steht. Natürlich hat er seine zwergenhaften Parteikollegen Maas und Fahimi brüskiert und desavouiert, die haben das aber auch nicht anders verdient, er hat aber auch die Veranstaltung geadelt und damit den Hoffnungen Vorschub geleistet, die eine politische Kraft rechts der Union herbeiwünscht, was der Merkel-CDU die Probleme einzubrocken geeignet ist, unter der die SPD schon seit Jahren leidet. Cleverer Bursche, das muss der Neid ihm lassen.

Oder denken wir an den völlig aus dem Ruder laufenden Euro. Verkauft als Garant für Stabilität und Prosperität in der Tradition der D-Mark, wurde daraus ein Finanzprodukt, neben dem ein ranziger Quark Identitätsprobleme bekäme. Niemand sollte für die Schulden anderer haften, schwäbische Strebsamkeit und Sparwillen sollten einziehen, Europa sollte sich fit machen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im globalen Konkurrenzkampf. Leider lief es  wie von vielen in Kenntnis der Umstände vor Ort erwartet genau anders herum – die Siechen und Kranken haben die Gesunden angesteckt, die nun nicht nur ihre eigenen, sondern auch die teils tödlichen Erkrankungen der anderen Familienmitglieder lindern, am besten aber  heilen sollen.

Die in Fahrt gekommenen Diskussionen und die Enttarnung einer arroganten, bürgerfernen bis bürgerfeindlichen Klasse sind Verdienste, die sich Pegida auf jeden Fall zu Gute halten kann. Dem saturierten und blasierten Teil des sog. Establishments ist der Schreck gehörig in die Glieder gefahren. Der Untertan unbotmäßig? Shocking!

Gleiches gilt für die Enttarnung einer Doppelzüngigkeit, die wirklich ihresgleichen sucht. Der Antifa-Mob bestehend aus hunderten Irren hat in Leipzig eine Polizeiwache mit Steinen und Brandsätzen angegriffen und die beiden dort diensthabenden Beamten fürchteten um ihr Leben. Sie prügelte und terrorisierte Pegida-Teilnehmer, ohne dass das nennenswerte Reaktionen hervorgerufen hätte, die Antifa konnte in den Tagen Pegidas wirklich tun und lassen was sie wollte, sie schaffte es nicht auf Seite 1 oder 2 der Gazetten und auch nicht zu einer Revision der Schwesig´schen Auffassung, linken Terror gebe es nicht oder werde aufgebauscht, weshalb auch alle Projekte gegen links eingestellt wurden.