Jakob Arjouni – Der heilige Eddy

Arjouni ist nach seinem Privatdetektiv Kayankaya aus „Happy Birthday, Türke“ zum Säulenheiligen der deutschen Gegenwartsliteratur geworden. Da ich noch nie ein Buch von Arjouni gelesen habe, griff ich zu, als ich auf dem Grabbeltisch des lokalen Dealers „Bücher-Roth“ auf den heiligen Eddy stieß. 

Wie ich feststellen musste, waren die Kritiken wohl weit überwiegend gut. Verstehe ich nicht. Natürlich hat Arjouni eine lockere und leichte Schreibe, auf mich wirkte das Ganze aber seltsam uninspiriert und vorhersehbar, die sprachlichen Brezeln und Jokes waren „ganz nett“, aber auch nicht mehr, von der abgeschmackten Story mal ganz zu schweigen. 

Eddy, Berliner Straßenmucker, cooler Trickbetrüger und weibertechnisch natürlich der Vollchecker, gerät vor seiner Wohnung mehr zufällig in Streit mit einer Frankfurter Kapitalistengröße, in deren Verlauf sein Gegenüber durch ein Unglück den Löffel abgibt.  Eddy taucht vor lauter Schuldgefühlen auf der Beerdigungsfeierlichkeit als Zaungast auf und verliebt sich stante pede in die Tochter des Getöteten, die – wie überraschend – natürlich ein Megafeger ist und sich ebenso pronto in unseren Eddy verliebt.

Am Ende kommt die Wahrheit natürlich ans Licht und alles wird gut. Arjouni hatte bei mir seine Chance und hat sie nicht genutzt.