Das hier ist das Gutachten, das Herr Prof. Dr. Schmelz am 19.9.2007 im Rahmen einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages erstattete. Es macht vielleicht Mühe sich durchzukämpfen,  das Gutachten beschreibt aber recht deutlich, wie deutlich absehbar die Sache bereits lange vor dem eigentlichen Crash war und mit welch unfassbarer Skrupellosigkeit die Dinge ausgesessen wurden, ganz zu schweigen davon, wie mit den Rechten des Börgers draußen im Loonde Schindluder getrieben wurde und eine Allianz aus Hochfinanz, der Regierung Schröder (die Nachfolger sind auch nicht besser) und Judikative die Rahmen-bedingungen dafür schafften, dass wir jetzt sicher zwei Dekaden lang viel viel hart verdientes Geld in ein Loch schaufeln werden, in das noch niemand hineingespuckt hat, um auszuloten wie tief es wirklich ist. Und ich muss deshalb Franz Müntefering der Heuchelei zeihen, wenn er sich wie beispielsweise  heute hinstellt, um die Diskrepanz zwischen Hunger-löhnen einerseits und Boni saturierter Manager andererseits zu geißeln und dabei offensichtlich ganz vergißt, dass u. a. seine Partei den Boden für diese Fehlentwicklung mit bereitete. Und ist es wirklich nicht möglich, Bonizahlungen zumindest für den Fall zu unterbinden, dass das Unternehmen staatliche (also letztlich auch meine) Hilfe in Anspruch nimmt?

19.2.2009

PS: NPL = Faule Kredite



Apropos Schröder & Konsorten. Hier kann man nachlesen, wie dick und weich die Kissen sind, auf denen wunde Regierungshintern nach langen Jahren auf harten (Regierungs)Bänken ruhen dürfen (und so manche Entscheidung à la „…und Schaden vom deutschen Volke abzuwenden…“ nachvollziehbarer machen).

P.S.: Wem die Langfassung der Studie zu aufwändig erscheint, hier gibts die Zusammenfassung.

15.02.2009





Hurra, der Marshall-Plan ist wieder da. Die US-Regierung hat den notleidenden Versicherer AIG bisher mit dreistelligen Milliardenbeträgen - man spricht von rund 180 Milliarden Dollar - gestützt. Da AIG u. a. auch bei der Deutschen Bank fett in der Kreide stand, wandern jetzt 9,1 Milliarden sauer verdiente US-Steuergroschen in die Säckel  der Deutschbänker, weshalb ich dieser Tage nicht die Unterhosen von Josef Ackermann reinigen wollte.

Auch die Dresdner (hat ja auch die Kleinwort-Jungs zu befriedigen), die DZ Bank und die Landesbank Baden-Württemberg wurden bedacht.

Insgesamt hat man 94 Milliarden Dollar US-Staatsknete an andere Banken weltweit gezahlt. Klingt nach Teufelskreis und funktioniert zweifelsohne auch umgekehrt.

Nur für die, dies nicht (mehr) wissen – AIG ist keine Investmentbank, es handelt sich dabei um ein Versicherungsunternehmen, was man an der Unternehmensspitze aber vorübergehend mal vergessen oder verdrängt  und stattdessen dem Tanz um den Goldenen Spekulatius geopfert hatte.

AIG schluckt mehr Geld als das nächstgelegene Schwarze Loch Materie - allein im vierten Quartal 2008 rund 50 Milliarden Euro -, da das Unternehmen aber neudeutsch als „systemrelevant“  gilt (anders als etwa Opel, denen kann nur geraten werden, schnellstens Ford, GM UND Chrysler zu kaufen) wird sich auch für andere europäische Bankhäuser ein Weg finden, à la Ackermann verloren geglaubte Schäflein wieder heim in den Tresor zu führen.

16.3.2009

PS: Wie sich jetzt herausstellt, fordern ausgerechnet AIG´s Manager aus der Finanzmarktsparte Boni im Umfang von 450 Millionen Dollar, ferner ist von geplanten Gehaltserhöhungen in der Größenordnung von 165 Millionen Dollar die Rede. Der Funke sprüht wieder. Sorry, der musste sein.

17.3.2009