Robert Harris - Imperium

Imperium ist der erste Band einer Trilogie, es folgen die Teile Titan und Dictator. Erzählt wird der Aufstieg und Fall Ciceros auf Basis seiner Tagebücher und Reden.

Geschichtsfreaks werden hier wahrscheinlich nicht auf ihre Kosten kommen, für interessierte Laien wie mich ist das faszinierendes Lesefutter. Locker geschrieben kann das Ganze sicher nicht als Jahrhundertliteratur gelten, aber spannend, lebendig und informativ ist es allemal. 

Imperium befasst sich mit der Zeit, in der Cicero seine Ausbildung abschließt und als Anwalt  in Rom nach Macht, Ämtern und Ansehen strebt. 

Erster echter Prüfstein ist der Verres-Prozess, bei dem der mörderische und korrupte Verwalter der Provinz Sizilien namens Verres von Cicero angeklagt wird. Mittels einer Intrige der Optimaten soll der Prozess verschleppt werden, aber Cicero gelingt es mit einem überraschenden Schachzug, für Verres´ Verurteilung zu sorgen.

Der Prozess ist dann das ersehnte Sprungbrett, Cicero wird zum Prätor gewählt, setzt sich trotz der von Crassus pekuniär aufgepeppten Opposition und echter Lebensgefahr später gegen Catilina durch und wird neben Antonius Konsul, womit er sich seinen Lebenstraum verwirklicht.

Handelnde sind viele von denen, die man noch aus dem Geschichtsunterricht kennt - Crassus, Pompeius, Caesar, Catilina, Lucullus, erwähnt werden auch der Aufstand unter Spartakus, der etwa 40 Jahre vorher ermordete Tiberius Gracchus mit seinen revolutionären Landreformen, dann die beiden Widersacher Sulla und Marius (genau, der mit den Kimbern und Teutonen) und und und, Geschichte lebendig eben.

Erzählt wird das von seinem Sklaven Tiro in der Ich-Form. Locker zu lesen und wie gesagt spannend und informativ, wobei Harris nicht verheimlicht, dass er den historischen Vorgängen auch fiktive Teile angeklebt hat. Die Unterscheidung mag schwer fallen, für mich waren aber die historischen Ereignisse ausschlaggebend und die kann man bei Bedarf durch andere Quellen gegenprüfen. Ich habe das mal bei einzelnen Punkten gemacht und darf feststellen, dass Harris authentisch wirkt.

Diese Trilogie ist der typische literarische Schuhlöffel, der dem Interessierten ins Thema hilft und das macht er ausgezeichnet.

In Titan geht es dann im Wesentlichen um die spätere Catilina-Verschwörung und in Dictator um Caesar. 

Ich freue mich jetzt schon auf die Lektüre.