Die Wahl ist gelaufen, die Würfel sind gefallen.
Die AfD muss jetzt liefern, alle anderen müssen nachdenken.
Liest man die Zusammenfassungen zu den gestrigen Elefantenrunden, scheint das mit dem Nachdenken allerdings anstrengender zu sein als erwartet, denn von Selbstkritik finden sich in den Statements allenfalls Spurenelemente.
Eine kleine Rechnung mag Nachhilfe geben – laut „Guller“ hat der Ortenaukreis 320.000 Wahlberechtigte, die zu 70,4% zur Wahl gegangen sind und wenn man die 15,1% aus Gesamt-Baden-Württemberg heranzieht, hätten knapp 35.000 Ortenauer die AfD gewählt.
Sind das jetzt alles Rechtsausleger und Fremdenfeinde oder haben sie weit überwiegend rein gar nichts gegen „Fremde“ und sind vielmehr eher der Meinung, dass sie einem parlamentarischen Meinungskartell gegenüberstehen, das sich wenig bis gar nicht für ihre Belange interessiert?
Die Frage kann sich jeder selbst beantworten.
Folgt die Frage quo vadis AfD?
Frau von der Leyen hat gestern wohl erklärt, es gebe jetzt keine „Lügenpresse“ mehr, sondern allenfalls „Landtagsprotokolle“, die AfD sei jetzt also unter Beobachtung und könne sich nicht mehr entziehen.
Das stimmt, aber der Hinweis könnte ein Bumerang werden.
Hätten nämlich mehr Baden-Württemberger öfter Landtagsprotokolle gelesen, dann wären die Ergebnisse für den Wolfsdarsteller noch mieser ausgefallen.
Man hätte noch sehr viel deutlicher gesehen, dass Herr Kretschmann ohne jede Opposition regieren durfte, selbst bei mehr als kritischen Themen wie den sog. Gender-Studies und der Frühsexualisierung von Kindern reichte es allenfalls zu einem zaghaften „mimimi“.
Kein Wunder, hat sich doch das politische Berlin unter Angela I. gerade diesen unwissenschaftlichen und gefährlichen Voodoo-Mist namens Gender auf die Fahnen geschrieben, da sieht man auch gleich, mit welchen Strategen man es bei den Herren Strobl und Wolf zu tun hat(te).
Vergangenheitsform, weil der Guido Wolf hier nix mehr wird.
Ich verspreche mir jedenfalls für Baden-Württemberg eine deutlich entschiedenere Opposition unter Prof. Meuthen als bisher und wer mir jetzt sachlich begründen kann, warum wir uns in Baden-Württemberg in Ansehung des AfD-Programms vor deren Einzug in den Landtag sogar fürchten sollen, bekommt von mir ein Eis.
Und bei MerkelGabrielStegner denke ich mir, dass sie nach der Schockstarre in den Spiegel schauen, sich in die Brust werfen, „pah“ rufen und sich damit beruhigen, dass der Wähler ein Idiot mit kurzem Erinnerungsvermögen ist, wird schon wieder werden.
Ganz am Schluss noch eine Gratulation an die FDP.
Die hat es auch in Baden-Württemberg wieder in den Landtag geschafft und droht nun sogar entsprechend ihrer bisherigen Tradition durch ihre ungewöhnliche Biegsamkeit, für die noch ein Begriff gefunden werden muss, zur Königsmacherin zu werden. Jedenfalls bis zum nächsten Umfallen.
Geschafft hat sie das wie gewohnt dadurch, dass sie klassisch liberale Themen fern jeden Populismus´ besetzt hat – Herr Zampolli hat mir nämlich sogar heute Morgen noch „plakativ“ versprochen, er werde die „GEZ-Abzocke sofort stoppen“, was beachtlich ist wenn man bedenkt, dass seine Partei dieses politikabhängige Finanzierungssystem jahrelang gehegt und gepflegt hat.
Aber so sind sie halt, populistisch und damit nicht satisfaktionsfähig sind ja immer nur die anderen.

15.3.2016