"Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung...Für die Notwendigkeit der harten Sühne am Judentum, dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors muss der Soldat Verständnis aufbringen…Das jüdisch-bolschewistische System muss ein für allemal ausgerottet werden. Nie wieder darf es in unseren europäischen Lebensraum eingreifen".

Harter Tobak und sicher von Himmler, Heydrich oder Kaltenbrunner stammend.

Weit gefehlt. Diese Äußerung ist einem Tagesbefehl vom 20.11.1941 entnommen, der ausschließlich aus der Feder des Generalobersten und späteren Generalfeldmarschalls von Manstein stammte.

Genau, dem von Manstein, dem berühmten Panzergeneral, der insbesondere durch sein 1955 erschienenes Buch „Verlorene Siege“ wesentlich zum Bild der angeblich „sauber“ kämpfenden Wehrmacht beitrug und 86-jährig hoch geachtet starb.

Kompagnon im Geiste war dabei unter anderem Paul Carell, der einem breiteren Publikum mit Werken wie „Sie kommen!“ oder „Stalingrad“ bekannt wurde und dabei auch kräftig Legendenbildung betrieb, von dem die meisten aber auch nicht wissen, dass es sich bei dem von ihm angegebenen Namen „Paul Carell“ um einen Pseudonym handelte, der Autor tatsächlich Paul Karl Schmidt hieß und SS-Obersturmbannführer sowie Sprecher von Reichsaußen-minister Ribbentrop gewesen war.

Dass man schließlich auch die Heroen des 20. Juli ungeachtet ihrer Verdienste mit einem gewissen Abstand zu sehen hat und zwar gerade einen der führenden Köpfe - Henning von Tresckow - hat u. a. ein Bericht in Frontal 21 vom 15.07.2008 gezeigt, der die Verstrickung von Tresckows in die unmenschliche Behandlung der russischen Bevölkerung zu belegen scheint.

Ich bezweifle aber, dass hierdurch eine neue Diskussion ausgelöst wird.

Die Männer des 20. Juli bleiben auf ihrem Podest und Georg Elser wie gehabt vergessen.

30.07.2008

P.S. Ebenfalls wenig bekannt ist übrigens, dass von Manstein den Untergang der 6. Armee in Stalingrad mit zu verantworten hatte, da er für einen Verbleib in Stalingrad plädierte, was u. a. Hitler in die Lage versetzte, anders denkende Mitglieder der Obersten Heeresleitung wie dem neuen Generalstabschef Kurt Zeitzler unter Hinweis auf die militärische Autorität von Mansteins mundtot zu machen.

Von Manstein hatte sich diesbezüglich zwar ein Hintertürchen offen gelassen, in dem er anmerkte, ein Verbleib solle nur erfolgen, wenn eine „ausreichende Versorgung gewährleistet“ sei, allerdings konnte man sich angesichts der Kapazitäten, der Masse an Soldaten und der klimatischen Bedingungen an allen fünf Fingern abzählen, dass das nicht lange gut gehen würde, aber von Mansteins Persilschein war ausgestellt.